Meier vs. Fischer: Urs drückt Urs im Final nicht die Daumen
Aktualisiert

Meier vs. FischerUrs drückt Urs im Final nicht die Daumen

Der Cup-Halbfinal vom Mittwochabend um 21 Uhr im Letzigrund zwischen dem FC Zürich und Thun ist auch ein Duell der Trainer Urs Meier und Urs Fischer.

von
Sandro Compagno und Peter Berger

Wie ist Ihr Verhältnis zueinander?

Urs Fischer: Danach werde ich immer wieder gefragt. Das Verhältnis mit «Üse» war und ist immer noch sehr gut. Wir haben schliesslich in Zürich lange und auch intensiv zusammengearbeitet.

Urs Meier: Wir verstehen uns sehr gut. Es gibt Zeiten, in denen wir uns öfter sehen als jetzt gerade, in den Fussball-Pausen ist «Üse» ja oft in Zürich. Da treffen wir uns ab und zu mal auf einen Drink.

Sollten Sie am Mittwoch verlieren: Würden Sie dann Urs im Final die Daumen drücken?

Urs Meier: Wir verlieren nicht. Daran verschwende ich keinen Gedanken!

Urs Fischer: Wenn wir verlieren, interessiert es mich nicht mehr, wer den Final gewinnt.

Stimmen Sie der Aussage zu, dass Sie am Mittwoch das wichtigste Spiel der Saison bestreiten? Immerhin ist es Ihre einzige Chance, in dieser Saison einen Titel zu holen.

Urs Meier: Das wichtigste Spiel war schon in St. Gallen (im Cup-Viertelfinal, die Red.) – jedes Spiel im Cup ist wichtig. Wenn du verlierst, bist du raus. Der FC Zürich ist letztes Jahr im Halbfinal gescheitert, das wollen wir nicht mehr erleben.

Urs Fischer: Ich will dieses Spiel nicht überbewerten. Natürlich: Es ist ein Cup-Halbfinal. Und unser Ziel ist es, Cupsieger zu werden. Doch letztlich ist es einfach ein Spiel, das wir versuchen zu gewinnen, wie alle anderen Spiele auch.

Sie waren beide als Spieler schon Cup-Sieger. Wenn Sie eine Erinnerung nennen müssen, welche ist es?

Urs Fischer: Ich war nur in einem Cupfinal dabei, habe diesen dafür im Jahr 2000 auch gewonnen; also eine Quote von 100 Prozent. Davon erzähle ich aber nichts, schon gar nicht den Spielern. Denn das ist jetzt ihr Spiel. Da braucht es keine Erfahrungen von mir, die vor mehr als 20 Jahren passiert sind.

Urs Meier: Ich war 1982 und 1989 mit GC als Spieler Cup-Sieger und 1993 als Assistenztrainer. Richtig eingefahren ist mir in meinem ersten Cup-Final das Abspielen der Hymne. Das war ein Gänsehaut-Moment. Ein Nationalspieler hört die Hymne ja recht häufig, mir als Nicht-Nationalspieler lief es da kalt den Rücken herunter.

Sie waren beide Verteidiger, lassen heute aber einen offensiven, positiven Fussball spielen. Hand aufs Herz: Sie hätten lieber als Stürmer Karriere gemacht…

Urs Meier: Ich darf von mir behaupten, dass ich Stürmerblut habe! Ich war ja zuerst Stürmer und habe viele Tore geschossen. Die Philosophie von Urs und mir hat mit dem FCZ und unserer Zeit in der Academy zu tun, wo wir beide tragende Säulen waren. Die FCZ-Academy vermittelt kreativen Fussball mit offensiver Ausrichtung.

Urs Fischer: Ich durfte ja nicht. Leider hat es immer geheissen: Du musst nach hinten. Ich möchte aber anfügen, dass ich vor allem ein freier Verteidiger mit Übersicht und technischem Know-how war. «Üse» musste dagegen stets einem Gegenspieler nachrennen (lacht laut).

Auf wen oder was müssen Sie beim Gegner besonders achten?

Urs Fischer: Ja, beim FCZ gibt es doch ein paar Stärken. Vor allem in der Vorwärtsbewegung sind die Zürcher gefährlich und enorm stark. Dafür müssen wir gewappnet sein. Gegen ihre Dreier-Abwehr ist es zudem sehr schwierig, Räume zu finden und etwas zu kreieren. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.

Urs Meier: Der FC Thun hat Qualität und Urs Fischer macht einen guten Job. In dieser Mannschaft ist eine grosse Solidarität spürbar, jeder geht für den anderen an die Leistungsgrenze. Zudem sind sie sehr effizient, die Schneuwly-Brüder brauchen nicht viele Chancen für ein Tor. Sie haben mit Zuffi einen Spezialisten für stehende Bälle, den man auch nicht unterschätzen darf. Und wenn du mal hinten liegst gegen Thun, dann wird es gegen ihre stabile, gut organisierte Abwehr schwierig.

Werden Sie an Ihrer Spielvorbereitung angesichts der Bedeutung der Affiche etwas verändern?

Urs Meier: Nein. Die Spieler wissen um die Wichtigkeit des Spiels. Jetzt noch etwas Spezielles zu veranstalten, würde sie nur nervös machen und den Druck unnötig erhöhen.

Urs Fischer. Nein. Speziell ist die späte Anspielzeit um 21 Uhr. Deswegen werden wir in Zürich noch ein Tageszimmer beziehen.

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