Aktualisiert 09.08.2015 20:34

Massimo Rizzo

«Urs Meier hat Glück gewünscht und gratuliert»

Vom FCZ-Junior zum Cheftrainer: Massimo Rizzo coacht den FCZ in seinem ersten Spiel zum ersten Saisonsieg und denkt dabei auch an Urs Meier.

von
Eva Tedesco

In der 41. Minute atmet Interimstrainer Massimo Rizzo tief durch. Kurz zuvor hat Oliver Buff den FCZ in St. Gallen in Führung gebracht. In der 57. Minute bleibt ihm die Luft weg. Mario Gavranovic verpasst vom Elfmeterpunkt aus das 2:0, FCSG-Keeper Daniel Lopar ist besser als der Schweizer Internationale. Dazwischen dirigiert Rizzo, gibt Anweisungen und versucht, Einfluss zu nehmen. In der Nachspielzeit erhöht Leonardo Di Gregorio zum 2:0 und der erste Saisonsieg ist Tatsache.

Es war eine turbulente Woche für den FCZ. Eine intensive Woche für Massimo Rizzo, nachdem Präsident Ancillo Canepa am Montag Cheftrainer Urs Meier nach zweieinhalb Jahren freigestellt, Captain Yassine Chikhaoui nach Katar verkauft und Rizzo, einen ehemaligen FCZ-Junior, zum Cheftrainer ad interim ernannt hatte.

Der FCZ musste sich erst fangen

«Der Montag war ein trauriger Tag. Wir mussten uns erst einmal fangen – vor allem der Staff», sagt Rizzo. «Aber wir haben gewusst, dass es schon am Dienstag auswärts in der Europa-League-Qualifikation weiter geht. Ich glaube, dass die Mannschaft schon in Brest gegen Minsk Wille und Leidenschaft gezeigt hatte. In St. Gallen konnten wir da anknüpfen.» Allerdings mit diesmal besserem Ausgang. Während der FCZ europäisch ausgeschieden ist und sein erstes Saisonziel damit verpasst hatte, konnten die Zürcher in der Meisterschaft endlich siegen.

«Es hat sicher ein wenig Glück gebraucht, aber wir haben gewusst, dass es ein Fight wird. Ich habe von der Mannschaft auch gewisse Dinge – offensiv und defensiv – verlangt. Wir haben auch gewusst, dass St. Gallen in der zweiten Halbzeit mit mehr Druck kommen wird und nach dem verschossenen Penalty von uns ist auch eine Welle gekommen. Die Mannschaft hat aber eine gewisse Stabilität gezeigt und die Bereitschaft, füreinander zu kämpfen. Aufgrund dessen, ist der Sieg verdient», sagt Rizzo nach seinem ersten SL-Spiel als Trainer.

Meier gratuliert zum Sieg

Es sind lange 95 Minuten für den 41-Jährigen, der zweieinhalb Jahre als Co-Trainer gut mit Urs Meier zusammengearbeitet hat. Rizzo treibt den FCZ unermüdlich an – ungeachtet der schwülen Temperaturen um die Mittagszeit im langärmligen Hemd. Er nützt die Trinkpausen für neue Anweisungen und lässt sich nach dem ersten Dreier der Saison von Staff und Spielern umarmen und drücken.

Eine weitere Gratulation erwartet Rizzo später in Form einer SMS. «Urs Meier hat uns schon vor dem Spiel viel Glück gewünscht und hat uns danach auch auf diesem Weg zum Sieg gratuliert», erzählt Rizzo nach der Pressekonferenz im Medienraum der AFG Arena. Meier ist zumindest im Trainerstaff noch nicht vergessen.

«Wir hatten immer wieder Kontakt unter der Woche», so Rizzo. Wie es für den Interimstrainer weiter geht, weiss er nicht. «Wenn der neue Trainer da ist, gehe ich wieder meinen ursprünglichen Aufgaben nach und werde in Trainingskleidung das Einlaufen vor dem Spiel übernehmen.»

Gut und schön, aber wo war eigentlich Ancillo Canepa? Der FCZ-Präsident ist für einmal nicht im Stadion und verpasst den ersten Saisonsieg der Mannschaft. Canepa sondiert den Trainermarkt, kann sich aber Zeit lassen, so lange Ersatzmann Rizzo erfolgreich ist. Die nächste Aufgabe auf den Interimstrainer und sein Team erwartet die Zürcher auswärts beim FC Sion.

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