Aktualisiert 06.04.2015 21:13

Unter Druck

Urs Meiers letzte Chance im Cup

Platz 2 und Cup-Sieg. So lautete die Zielvorgabe des FCZ im Winter. Der Cup-Halbfinal gegen Sion ist für Trainer Urs Meier das wichtigste Spiel der Saison.

von
Sandro Compagno
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FCZ-Coach Urs Meier will gegen Sion in den Cupfinal einziehen und eine verkorkste Saison retten.

FCZ-Coach Urs Meier will gegen Sion in den Cupfinal einziehen und eine verkorkste Saison retten.

Keystone/Steffen Schmidt
Die Hauptprobe gegen Luzern ging 0:1 verloren.

Die Hauptprobe gegen Luzern ging 0:1 verloren.

Andreas Meier/freshfocus
Yanick Brecker steht nach der Goaliepolemik um David Da Costa auch gegen Sion wieder im Tor.

Yanick Brecker steht nach der Goaliepolemik um David Da Costa auch gegen Sion wieder im Tor.

Andreas Meier/freshfocus

Das Meisterschaftsspiel gegen den FC Luzern (0:1) am Samstag, drei Tage nach der Degradierung von Goalie David Da Costa, bestätigte immerhin einen Sachverhalt: Die Problemzone des FC Zürich befindet sich nicht zwischen den Pfosten. Das war so mit Da Costa, das war auch am Samstag so mit dem jungen Yanick Brecher (21).

Der FC Zürich schiesst keine Tore. «Ich habe eine Mannschaft gesehen, die willig war, die solidarisch und harmonisch aufgetreten ist», beschrieb Meier einen erneut planlosen, enttäuschenden Auftritt des FCZ beim 0:1 gegen den Tabellenvorletzten. Seit mittlerweile fünf Liga-Spielen sind die Zürcher ohne Sieg, in vier davon schossen sie kein Tor. Meier: «Uns fehlt die Effizienz im Abschluss.» Der FCZ habe halt keine Tormaschine wie Shkelzen Gashi oder Guillaume Hoarau.

Der Cup muss die Saison retten

Platz 2 ist für die Zürcher kaum mehr zu erreichen. Umso wichtiger ist der Cup-Halbfinal am Dienstagabend gegen den FC Sion. Nur im Pokal kann Meier eine verkorkste Saison noch retten. Und seinen Job? «Meine Person ist kein Thema. Es geht um unsere Ziele, die wir gemeinsam erreichen wollen.»

Lächelnd sitzt Meier am Tag vor dem Cup-Spiel im FCZ-Museum, strahlt Selbstsicherheit und Gelassenheit aus. Über die Degradierung von Da Costa werde nicht mehr gesprochen, stellt Medienchef Patrick Lienhart eingangs klar. Viel wurde in den letzten Tagen geredet, wenig gesagt. Am Samstag hatte sich auch Präsident Ancillo Canepa eingeschaltet, im «Teleclub» von Internas gesprochen und davon, dass es eine «Todsünde» sei, diese nach aussen zu tragen. Viel Gerede, nichts Konkretes.

Die Zuversicht stirbt zuletzt

Meiers Rhetorik vor dem Cup-Spiel gegen Sion bewegte sich in den gewohnten Bahnen. Er sprach über den «positiven Druck» vor dem Cup-Halbfinal. Darüber dass seine Mannschaft zuletzt für ihren Aufwand schlecht belohnt worden sei und von den Emotionen des Cup-Sieges 2014. Und: «Ich bin überzeugt, dass wir ein Top-Spiel abliefern werden.» Diese Überzeugung hatte Meier schon vor dem 0:1 gegen Luzern geäussert. Und vor dem 0:3 gegen YB. Und vor dem 0:1 gegen Sion vor gut drei Wochen. Und auf die Frage, was ihn zu dieser Überzeugung führt: «Alle wollen unbedingt in den Final.» Auch der gesperrte Captain Yassine Chikhaoui, der den Halbfinal wie der verletzte Marco Schönbächler verpasst.

Das gilt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für den FC Sion. Der Cup-Spezialist (12 Cup-Siege bei 12 Final-Teilnahmen) wurde am Karfreitag von den Grasshoppers regelrecht vorgeführt und mit 0:5 gedemütigt. Meier hat das Spiel am TV verfolgt: «Ich möchte die Leistung von GC nicht schmälern. Aber es war zu spüren, dass die Sittener mit dem Kopf schon im Cup-Halbfinal waren.»

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