Aktualisiert 07.11.2013 09:34

Schloter-Nachfolge

Urs Schaeppi ist neuer Swisscom-Chef

Urs Schaeppi ist der Nachfolger des im Juli verstorbenen Konzernchefs Carsten Schloter. Der 53-Jährige will die bisherige Strategie der Swisscom konsequent weiterführen.

von
woz
Der neue Swisscom-CEO Urs Schaeppi.

Der neue Swisscom-CEO Urs Schaeppi.

Gut drei Monate nach dem Tod von Konzernchef Carsten Schloter hat die Swisscom Urs Schaeppi definitiv zum Boss ernannt, schreibt die Swisscom in einer Mitteilung. Der 53-jährige Berner hatte bis jetzt interimistisch das Steuer des grössten Schweizer Telekomkonzern in der Hand.

«Urs Schaeppi hat profunde Kenntnisse der ganzen Branche und von Swisscom und verfügt über einen ausgezeichneten Leistungsausweis», sagt Hansueli Loosli, Präsident des Verwaltungsrates. «Er ist umsetzungsstark und kann die Kontinuität im Unternehmen sicherstellen. Wir sind überzeugt, dass Urs Schaeppi unser Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen wird.»

Schaeppi arbeitet seit 15 Jahren bei der Swisscom

Schaeppi will die bisherige Strategie konsequent weiterführen. «Wir werden das Kerngeschäft weiter stärken mit bestem Service und einfachen und überzeugenden Angeboten auf einem noch leistungsfähigeren Netz», sagt der neu ernannte CEO.

Schaeppi arbeitet seit 15 Jahren bei Swisscom, seit 2007 als Leiter des Grosskundenbereichs, seit Anfang 2013 als Leiter Swisscom Schweiz und seit dem 23. Juli war er Geschäftsführer ad interim.

Schaeppi tritt in grosse Fussstapfen

Schloter hatte sich Ende Juli im Alter von 49 Jahren das Leben genommen. In seinen 13 Jahren bei der Swisscom, wobei seit 2006 als Konzernchef, erwarb sich der Deutsche grosse Verdienste um das Unternehmen. Der Visionär prägte die Schweizer Telekombranche wie kein anderer, was auch die Konkurrenten anerkannten.

In den ersten neun Monaten hat die Swisscom den Umsatz leicht um 0,4 Prozent auf 8,463 Mrd. Fr. gesteigert. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank allerdings um 2,9 Prozent auf 3,248 Mrd. Franken. Der Reingewinn tauchte um 6,1 Prozent auf 1,273 Mrd. Franken. Die Preiserosion und sinkende Roaming-Gebühren kosteten mehrere hundert Millionen Franken.

Damit hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 8,413 Mrd. Fr. und einem EBITDA von 3,191 Mrd. Fr. gerechnet. Beim Reingewinn hatten sie 1,226 Mrd. Fr. vorhergesagt.

(woz/sda)

Swisscom überzeugt Anleger

Zürich Die Swisscom-Aktien sind am Donnerstag an der Schweizer Börse gefragt.

Der Telekomkonzern hat die Investoren mit seinem Ergebnis im dritten Quartal überzeugt. Auch die definitive Ernennung von Interims-CEO Urs Schaeppi zum neuen Konzernchef wird positiv aufgenommen. Dies signalisiere Kontinuität, so die Meinung.

Der Aktienkurs stieg im Verlaufe des Morgens um rund 2 Prozent. Damit setzt die Aktie ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Der SMI stand zur Berichtszeit 0,16 Prozent höher. Aufs gesamte Jahr gesehen weisen die Titel ein Plus von über 17 Prozent aus.

Die Analysten zeigen sich in ihren ersten Einschätzungen von der Leistung im dritten Quartal sehr angetan. «Gutes Quartalsergebnis», heisst es beispielsweise bei der Bank Vontobel. UBS und ZKB sprechen gar von einem «starken dritten Quartal». Während der Umsatz in etwa im Rahmen der durchschnittlichen Prognosen ausfiel, übertraf Swisscom mit den Gewinnzahlen die Schätzungen klar. Unüblicherweise habe der EBITDA im dritten Quartal gar zugelegt, lobt die ZKB.

Die Gruppe habe viele Neukunden gewonnen. Gelobt wird von der ZKB zudem das Kostenmanagement: Die Swisscom habe die Kosten weiterhin im Griff. Dies dürfte auch eine gute Basis für die nächsten Quartale sein, so die Einschätzung der Zürcher Staatsbank. Über den Erwartungen der Analysten hat auch Fastweb abgeschnitten. Die Erholung der italienischen Tochter sei auf Kurs, heisst es bei der UBS.

Positiv aufgenommen wird die definitive Ernennung von Urs Schaeppi zum definitiven Konzernchef. Die Entscheidung für eine interne Lösung dürfte von den Investoren begrüsst werden, meinte die Bank Notenstein. Für die ZKB signalisiert die Swisscom damit Kontinuität. (SDA)

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