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Muotathaler FamiliendramaUrteil gegen jugendlichen Mörder bestätigt

Das Kantonsgericht Schwyz hat den Jugendlichen, der 2008 in Muotathal seine Stiefmutter und seinen Stiefbruder erstochen hat, wegen mehrfachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes zu neun Monaten bedingt verurteilt.

Das Kantonsgericht Schwyz hat damit das erstinstanzliche Urteil bestätigt. Es veröffentlichte das Urteil am Montag im Dispositiv. Die Parteien haben das Recht, innert 30 Tagen eine ausführliche Urteilsbegründung zu verlangen.

Die in der Anklage aufgeführten Merkmale seien unabhängig von der psychiatrischen Beurteilung skrupellos, heisst es in der Kurzbegründung des Kantonsgericht. Damit handle es sich um einen Mord. Die persönlichen Umstände änderten daran nichts. Somit bestätigte das Kantonsgericht das Urteil des Jugendgerichts in den Schuld- und Strafpunkten.

Im August erstmals verurteilt

Im August 2009 war der heute 18-jährige Täter vom Jugendgericht des mehrfachen Mordes und des versuchten mehrfachen Mordes schuldig gesprochen und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Die Verteidigung appellierte ans Kantonsgericht.

Am vergangenen Dienstag fand der Prozess vor dem Kantonsgericht statt. Der Staatsanwalt forderte eine Bestätigung des Urteils der ersten Instanz. Die Verteidigung plädierte für eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung und versuchter vorsätzlicher Tötung. Der Jugendliche ist zurzeit in einem Jugendheim untergebracht, wo er eine Kochlehre begonnen hat. Zudem macht er eine Therapie.

Gehilfenschaft, nicht Mittäterschaft

Weiter bestätigte das Kantonsgericht auch das Urteil gegen einen Kollegen des Haupttäters, der erstinstanzlich wegen Gehilfenschaft verurteilt worden war. Der Verteidiger des Nebenangeklagten forderte einen Freispruch vom Vorwurf der Gehilfenschaft. Der Staatsanwalt hingegen verlangte eine Verurteilung wegen Mittäterschaft und eine Erhöhung der bedingten Gefängnisstrafe von 6 auf 30 Monate. Mangels erwiesener Tatherrschaft könne ihm keine Mittäterschaft zur Last gelegt werden, schreibt das Kantonsgericht in der Kurzbegründung.

Aus dem Urteilsdispositiv geht zudem hervor, dass das Kantonsgericht die Zivilforderungen des Vaters des Haupttäters auf den Zivilweg verweisen wird. Das Muotathaler Familiendrama ereignete sich in der Nacht auf den 12. April 2008. Der Täter tötete damals seine 39-jährige Stiefmutter und seinen 13-jährigen Stiefbruder mit mehreren Messerstichen. Danach griff er den leiblichen Vater an und verletzte diesen. (sda)

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