Rosenkrieg in den USA: Johnny Depp gewinnt Mega-Prozess gegen Amber Heard
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Rosenkrieg in den USAJohnny Depp gewinnt Mega-Prozess gegen Amber Heard

In der Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard vor einem US-Gericht haben die Geschworenen ein Urteil gefällt.

So reagierte Amber Heard am 1. Juni auf die Verlesung des Urteils.

20 Minuten/Twitter/Sierra Gillespie

Darum gehts

Nach sechs Prozesswochen voller schwerer Vorwürfe haben die sieben Geschworenen im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp (58) und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard (36) das mit Spannung erwartete Urteil gefällt: Die Jury hat der Verleumdungsklage von Johnny Depp gegen Amber Heard stattgegeben. Heard hatte Depp Missbrauch und häusliche Gewalt vorgeworfen. Johnny Depp wurde 15 Millionen US-Dollar Schadenersatz zugesprochen.

In seiner Zivilklage beschuldigte Depp die Schauspielerin, in einem 2018 von der «Washington Post» veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Sein Anwalt Benjamin Chew stellte im Prozess den Hollywood-Star als angesehenen Mann dar, dessen Leben und Karriere durch Heards «bösartige Lügen» zerstört worden sei. Wegen Verleumdung verlangte der «Fluch der Karibik»-Star 50 Millionen Dollar (48 Millionen Franken) Schadenersatz.

Die Jury gab aber auch der Verleumdungsklage von Amber Heard statt. Heard pochte in einer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar (96 Millionen Franken). Sie machte geltend, dass Depps Ex-Anwalt Adam Waldman mit einer Schmutzkampagne ihrem Ansehen geschadet habe. Heard kriegt aber lediglich zwei Millionen Dollar zugesprochen.

Depp wollte «die Wahrheit» ans Licht bringen

Der bittere Rosenkrieg tobt schon seit Jahren. 2016 hatte Heard nach nur 15 Monaten Ehe die Scheidung eingereicht. Sie warf dem Hollywood-Star häusliche Gewalt vor. Depp hatte zum Auftakt des Prozesses im Zeugenstand erklärt, er wolle «die Wahrheit» ans Licht bringen und seinen Ruf wiederherstellen. In ihrer Beziehung habe es Streit gegeben, räumte der Schauspieler ein. «Aber niemals bin ich an den Punkt gekommen, Miss Heard auf irgendeine Weise zu schlagen, noch habe ich jemals in meinem Leben eine Frau geschlagen», sagte Depp unter Eid. Die Schauspielerin hatte im Zeugenstand mehr als ein Dutzend Vorfälle von angeblicher Gewalt seitens Depp beschrieben. 

Vor zwei Jahren hatte Depp in London mit einer Klage gegen die Boulevardzeitung «Sun» eine Niederlage einstecken müssen. Es ging um einen Artikel, in dem behauptet wurde, Depp habe als Frauenschläger («wife beater») Heard körperlich misshandelt. Nach einem Prozess mit heftigen Vorwürfen wies der High Court die Klage am Ende ab.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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(kle/fur)

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