Aktualisiert 29.10.2007 19:14

Urteil im schweizweit grössten Drogenfall

Im bisher grössten Drogenfall der Schweiz hat das Bezirksgericht Zürich am Montag zwei Drogenbosse mit Freiheitsstrafen von elfeinhalb und neun Jahren bestraft.

Drei weitere Bandenmitglieder wurden zu geringeren Strafen verurteilt. Zwischen Frühling 2002 und August 2005 führte der schweizerisch- brasilianische Drogenring 195 Kilogramm hochwertiges Kokain in die Schweiz ein. Das meiste davon schmuggelten sie versteckt in Steinplatten und Kerzen auf dem Schiffsweg nach Europa. Rund 135 Kilo verkauften sie im Grossraum Zürich. Sie erzielten damit einen Umsatz von mehr als 5,4 Millionen Franken.

An der Spitze der Bande standen ein heute 41-jähriger Schweizer und ein 37-jähriger Brasilianer. Der umfassend geständige Schweizer, ein Architekt, gab an, er habe sich nach Anerkennung gesehnt. Zudem sei ihm alles egal gewesen, seit er erfahren habe, dass er HIV- positiv sei.

Ihn bestrafte das Gericht mit neun Jahren Freiheitsstrafe und 50 000 Franken Busse. Für den nicht-geständigen Brasilianer sprach es eine elfeinhalbjährige Freiheitsstrafe aus. Die Anklage hatte 13,5 und 10,5 Jahre gefordert. Die beiden müssen zudem dem Staat je eine halbe Million Franken aus dem unrechtmässig erzielten Erlös abliefern.

Auch drei Mitangeklagte verurteilte das Bezirksgericht. Einer von ihnen erhielt wegen Geldwäscherei und Gehilfenschaft eine dreijährige Freiheitsstrafe und eine Busse von 5000 Franken.

Die beiden anderen kamen mit bedingten Freiheitsstrafen davon: Zwei Jahre für eine 75-jährig Frau, die drei Kilo Kokain in die Schweiz geschmuggelt hatte, und 15 Monate für einen 41-jährigen Geschäftsmann. Für ihn kommt allerdings eine unbedingt Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 200 Franken dazu. Zudem muss er dem Staat 50 000 Franken abliefern.

(sda)

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