Aktualisiert 17.03.2009 16:14

Fritzl-Prozess, Tag 2

Urteil wird bereits am Donnnerstag erwartet

Ab Mittwoch wird die Öffentlichkeit wieder zum Inzest-Prozess gegen Josef Fritzl zugelassen. Es werden vor allem Gutachter zu Wort kommen. Bereits am Donnerstag dürfte das Urteil gefällt werden.

16:30: Die Pressekonferenz ist beendet.

16:28: Das Urteil werde öffentlich verlesen, Schätzung der Verfahrenskosten gebe es noch keine.

16:24: Die technischen Gutachten werden am Mittwoch lediglich verlesen, Fragen an den Gutachter werden nicht zugelassen.

16:22: Auf die Frage, warum der ORF als einziges Medium am Dienstag die Möglichkeit hatte, im Gerichtssaal zu filmen bzw. Fragen zu stellen, sagt Cutka, dass der ORF-Journalist nur vor der Verhandlung anwesend war und den Angeklagten zum Gerichtssaal begleiten durfte, damit der Angeklagte ihm Antworten auf seine Fragen geben würde. Cutka verweist auf die «Pool»-Funktion des ORF. Das würde ab Mittwoch jedoch anders gehandhabt werden, ab jetzt dürfe auch der ORF vor Prozessbeginn nicht mehr in den Saal.

16:20: Cutka stellt klar, dass die Öffentlichkeit ab jetzt nicht mehr von der Verhandlung ausgeschlossen werde, da die Videovorführungen abgeschlossen seien. Die Videoaufzeichnungen seien mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt worden, Fritzl habe das Video zum ersten Mal gesehen.

16:10: Auf die Frage über Hilfestellung für die Geschworenen meint Cutka, dass diese dann Beratung in Anspruch nehmen könnten, wenn sie diese bräuchten. Sie dürften auch Fragen an das Opfer stellen, allerdings sei es nicht möglich die Fragen direkt an sie zu richten. Cutka gehe aber davon aus, dass nach Abspielen der Videos keine Fragen offen bleiben würden.

16:08: Cutka verweigert Aussagen über das Zustandekommen der Zeugen-Videos. Er sagt nur soviel, dass es einige Tage in Anspruch genommen hätte. Die Aufzeichnung hätte nicht im Gericht, sondern an einem anderen Ort statgefunden.

16:05: Cutka gibt weiters bekannt, dass das Urteil voraussichtlich am Donnerstag bekannt gegeben wird.

16:04: Am Mittwoch werden die Gutachter vorgeladen, um 9 Uhr wird die Öffentlichkeit wieder zum Prozess zugelassen werden. Zu Mittag werden die Medienvertreter allerdings den Saal wieder verlassen müssen, das Gericht werde sich zu Beratungen zurückziehen: Am Mittwochnachmittag werden die drei Berufsrichter den Fragenkatalog festlegen, den die Geschworenen zu beantworten haben werden. Die Fragen müssen öffentlich verlesen werden, das psychiatrische Gutachten der Sachverständigen Adelheid Kastner werde ab 9.00 Uhr öffentlich erörtert.

16:03: Der Gerichtssprecher gibt bekannt, dass heute nicht nur die Aussagen von E. Fritzl, sondern auch die Aussagen ihres Bruders abgespielt werden. Vermutlich werde das Abspielen der Video-Aussagen heute beendet sein, allerdings könnte dann die Verhandlung dadurch heute länger dauern.

16:02: Cutka stellt klar, dass der Ausschluss der Öffentlichkeit deshalb erfolgen muss, damit der Opferschutz bestmöglich garantiert ist.

16:00: Franz Cutka betritt gemeinsam mit Erich Huber-Günsthofer den Presseraum.

15:48: Das Pressezelt in St. Pölten hat sich wieder gefüllt. In Kürze wird hier Gerichtssprecher Franz Cutka die Pressekonferenz zum zweiten Prozesstag abhalten.

15:23: Hätten die Geschworenen nach Abspielen des Zeugen-Videos noch Fragen an die Zeugin, also die Tochter, könnte es theoretisch zu einer weiteren Befragung kommen, allerdings nicht direkt, sondern "kontradiktorisch" (also nicht persönlich).

15:02: Gerüchteweise soll auch H., ein Bruder von Fritzl-Tochter und Hauptopfer Elisabeth, heute per Video aussagen.

14:32: Verwirrung herrscht unter den Journalisten über den Zeitpunkt des Einsatzes der Gutachter. Möglicherweise werden heute schon die ersten Gutachten vorgelegt. Vor allem die Expertise der psychiatrischen Sachverständigerin Adelheid Kastner dürfte eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung spielen. Neben Kastner werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft auch Sachverständige für Neonatologie, Elektromechanik und Lüftungstechnik hinzugezogen. Bei diesen könnten auch Journalisten zugelassen werden.

Bildstrecke: Josef Fritzl im Zeugenstand

13:59: Aufgrund der spärlichen Informationen, die offiziell an die Presse weitergegeben werden, ziehen die ersten Journalisten aus St. Pölten ab.

13:06: Das erste Foto von Josef F. wird über die Austria Presseagentur ausgeschickt. Es zeigt den Angeklagten beim Gang in den Gerichtssaal, ohne Aktenordner vor dem Gesicht.

12:12 Gerichtssprecher Franz Cutka versteht die Aufregung der Journalisten nicht: Der ORF habe nur «anlässlich der Vorführung» von Josef F. und «vor dem Aufruf zur Sache» gefilmt, betonte Cutka.

11:40 Immer wieder wird die DVD-Vorführung unterbrochen. Der Angeklagte kann Stellung zu den Aussagen beziehen.

11:16: Den Geschworenen wird die Aussage von Fritzls Tochter Elisabeth vorgeführt. Über einen riesigen Bildschirm verfolgen sie die Worte der heute 42-Jährigen.

10:48: In einem Interview sagt der stellvertretende Leiter der Justizanstalt St. Pölten, Erich Huber-Günsthofer, dass sich gestern ein Psychiater auf Fritzls Bitte hin um den 73-Jährigen gekümmert habe. Auch während der Urteilsberatung der Geschworenen und nach der Urteilsverkündung könne Fritzl auf eine psychiatrische Betreuung zurückgreifen. Es gebe Vorkehrungen gegen einen allfälligen Suizidversuch des Angeklagten.

10:26: Aufregung unter den Berichterstattern vor dem St. Pöltner Landesgericht und im daneben aufgebauten Pressezelt über die in ihren Augen bevorzugte Behandlung des ORF. Worte wie «Schweinerei» und «Frechheit» fallen, da Gerichtssprecher Franz Cutka doch dezidiert erklärt hätte, dass kein Journalist am Dienstag das Gericht von innen sehen würde. Lediglich einem Kamerateam sowie einem Fotografen wären im Rahmen einer im Vorfeld vereinbarten Pool-Lösung Einlass zugesichert worden, nicht aber weiteren Journalisten, beschweren sich einige Medienvertreter.

10:15: Demnächst werden den Geschworenen die Aussagen der Tochter über einen Bildschirm vorgespielt. Die Aussagen wurden schon vor dem Prozess aufgezeichnet. Diese sind deshalb so wichtig, weil sie die einzige Zeugin in dem Verfahren ist. Alle anderen Familienmitglieder - Frau, Geschwister und Kinder - haben von dem Recht Gebrauch gemacht, nicht auszusagen. Ausserdem wurden keine weiteren Zeugen beantragt. (20 Minuten Online berichtete)

09:45: Fritzls Anwalt Rudolf Mayer hat zu Prozessbeginn einige Fragen beantwortet. Auf die Frage, warum sein Mandant beharrlich schweige, sagt Mayer: «Weil er sich geniert!» Gleichzeitig kündigt er an, dass Fritzl auch in den nächsten Tagen keine Fragen beantworten werde. Mayer beschwert sich, dass keine direkte Zeugenbefragung möglich sei - das erschwere die Verteidigung um einiges.

09:30: Das Verhör geht weiter. Josef Fritzl sitzt auf der Anklagebank und beantwortet Fragen von Staatsanwältin Burkheiser, Anwalt Mayer und den Geschworenen. In Kürze spricht wieder seine Tochter zu den Geschworenen.

09:15: Dann werden die anwesenden Reporter gebeten, den Saal zu verlassen. Die Fotografen knipsen, bevor sie den Saal verlassen, wild darauf los. Sie können noch ein paar Bilder erhaschen, beispielsweise steht heute im Gerichtssaal ein riesiger Video-Screen, über welchen den Geschworenen die Aussagen von Josef Fritzls Tochter vorgespielt werden.

09:08: ORF-Reporter versuchen, Antworten aus Fritzl heraus zu locken, ob er seine Taten bereut bzw. was er für ein Urteil erwartet. Auch die Frage nach dem Warum wird gestellt. Doch Fritzl schweigt.

09:04: Josef Fritzl wird in den Gerichtssaal geführt. Wieder hält er die blaue Büromappe vor das Gesicht. Er trägt den gleichen Anzug wie gestern, nur ein anderes Hemd. Eskortiert ist er wieder von zwei Polizisten.

09:03: Der ORF-Reporter, der vor Ort in St. Pölten ist, gibt offen zu, «frustriert» zu sein, da er durch den Ausschluss der Öffentlichkeit aus dem Gerichtssaal als Journalist nicht weiss, worüber er berichten soll - die Reporter hoffen heute allesamt auf die Pressekonferenz um 16 Uhr.

09:00: Es sickert durch, dass möglicherweise die Journalisten heute doch wieder zum Prozess zugelassen werden, wenn die technischen Experten zu Wort kommen.

08:30: Die Experten, die vom Gericht geladen werden, halten sich bereit. Möglicherweise werden die ersten von ihnen bereits heute aufgerufen - dadurch, dass schon gestern ein Teil des Videos gezeigt wurde, auf dem Elisabeth Fritzl ihre Aussage macht, könnte der Prozess schneller voranschreiten, als geplant. Ein Urteil könnte also bereits am Donnerstag und nicht, wie geplant, am Freitag fallen.

07:55: Josef Fritzl bereitet sich auf den 2. Prozesstag vor. Er bekommt sein Frühstück in der Zelle der Justizanstalt St. Pölten serviert. Die Justizanstalt ist mit dem Gerichtsgebäude durch einen langen Gang verbunden.

Prozess ohne Öffentlichkeit fortgesetzt

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist der Inzest-Prozess gegen Josef Fritzl fortgesetzt worden. Am zweiten Prozesstag wollte das Schwurgericht weitere Teile der auf Video aufgenommenen Aussage der Tochter Elisabeth abspielen und Fritzl jeweils dazu Stellung nehmen lassen.

Ob bereits am Dienstag ein Gutachten zur Sprache kommt, vermochte Gerichtssprecher Franz Cutka noch nicht zu sagen. Das hänge vom Verfahrensablauf ab, sagte er am Morgen dem Nachrichtensender n-tv. Auch könne er noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob möglicherweise bereits am Donnerstag, einen Tag eher als erwartet, ein Urteil fällt. Das hänge davon ab, ob man dem Angeklagten «die «Würmer aus der Nase ziehen muss» oder ob er sich freimütig äussere.

«Eine Mauer vor dem Gesicht hochgezogen»: Ein Gerichtspsychologe zu Josef Fritzls Reaktion vor Gericht$$VIDEO$$(Video: AP)

(kle/oe24.at)

20 Minuten Online ist live dabei

oe24.at» an jedem der Verhandlungstage live aus dem Gerichtssaal über die aktuellen Entwicklungen im Prozess.

Bis auf Weiteres wird die Öffentlichkeit nicht zum Prozess zugelassen. Die offizielle Pressekonferenz ist wieder für 16.00 Uhr anberaumt. 20 Minuten Online berichtet live.

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