Afghanistan: US-Angriff richtet auf Hochzeitsfest Blutbad an
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AfghanistanUS-Angriff richtet auf Hochzeitsfest Blutbad an

Bei einem US-Luftangriff während eines Gefechts mit Kämpfern der radikalislamischen Taliban in Afghanistan sind nach Angaben eines Augenzeugen 23 Kinder und zehn Frauen getötet worden.

Insgesamt seien 37 Menschen ums Leben gekommen, als die Truppen eine Hochzeitsgesellschaft in der Provinz Kandahar angegriffen hätten, sagte Abdul Dschalil. Das US-Militär erklärte, der Vorfall werde untersucht. Sollten «unschuldige Menschen getötet worden sein, dann entschuldigen wir uns».

Der afghanische Staatspräsident Hamid Karsai forderte in einer ersten Reaktion den neugewählten US-Präsidenten Barack Obama auf, zivile Opfer bei Militäreinsätzen zu verhindern.

Der Augenzeuge Dschalil erklärte, er habe eine Hochzeitsfeier für seine Nichte veranstaltet, als Taliban-Kämpfer in der Nähe seines Hauses Deckung gesucht hätten. Als US-Kampfflugzeuge später die Hochzeitsgesellschaft angegriffen hätten, seien 37 Menschen ums Leben gekommen.

Ein anderer Augenzeuge berichtete, Taliban-Kämpfer hätten einen Konvoi der US-Streitkräfte nahe der Ortschaft Rosi Khan beschossen. Später habe es dort am Montag einen Luftangriff auf die Hochzeitsgesellschaft gegeben. Ein weiterer Augenzeuge zählte nach eigenen Angaben rund 50 Leichen, darunter zwei seiner Söhne im Alter von vier und elf Jahren. Viele Opfer seien noch immer unter Trümmern verschüttet.

Vor drei Monaten erklärte die Regierung in Kabul, bei einem Einsatz der US-Truppen im Westen des Landes seien rund 90 Zivilpersonen getötet worden. In amerikanischen Angaben war von 33 Todesopfern die Rede.

Britischer Soldat getötet

Bei Kämpfen in der südafghanischen Provinz Helmand ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London am Dienstag wieder ein britischer Soldat getötet worden. Er sei an einem Einsatz gegen die Taliban in der Nähe der Stadt Musa Kala beteiligt gewesen. Damit sind seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan 2001 insgesamt 122 britische Soldaten dort getötet worden. (dapd)

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