Wirtschaftskrise: US-Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 1993
Aktualisiert

WirtschaftskriseUS-Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 1993

Die Rezession in den USA hat im vergangenen Jahr so viele Menschen den Job gekostet wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. 2,6 Millionen US-Amerikaner verloren ihren Arbeitsplatz.

Zuletzt waren es 1945 mit 2,75 Millionen mehr, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Ein Ende des massiven Arbeitsplatzabbaus ist dabei nach Experteneinschätzung nicht in Sicht.

Mit 1,9 Millionen Jobs wurden rund zwei Drittel der Stellen in den letzten vier Monaten des Jahres abgebaut. Im Dezember allein waren es 524 000 Jobs, 60 000 weniger als im November.

Die Arbeitslosenquote schnellte von 6,8 Prozent im November auf 7,2 Prozent im Dezember - der höchste Stand seit 15 Jahren. Insgesamt waren im vergangenen Monat 11,1 Millionen Menschen in den USA arbeitslos.

Obama unter Druck

Die neuen Zahlen unterstreichen das enorme Ausmass der Herausforderungen für den künftigen Präsidenten Barack Obama. Die Arbeitsmarktzahlen dürften nach Einschätzung von Experten den Druck auf den Kongress erhöhen, das Konjunkturpaket möglichst rasch zu verabschieden.

Allerdings gibt es im Senat und Abgeordnetenhaus erhebliche Bedenken angesichts des enormen Umfangs von mindestens 775 Mrd. Dollar.

Obama will im Zeitraum von zwei Jahren drei Millionen Arbeitsplätze schaffen oder sichern. Nach seiner Einschätzung droht den USA der Absturz in eine jahrelange Rezession, falls der Staat nicht schnell mit massiven Ausgaben gegensteuert.

Die Notenbank Fed hat inzwischen ihren Zins nahe Null gesenkt, um die Wirtschaft mit genügend Geld zu versorgen. Als entscheidend für eine Erholung der US-Wirtschaft wird ein Anspringen des privaten Konsums angesehen, der etwa zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht.

Ökonomen skeptisch

Schnelle Erholung sehen Ökonomen nicht. «Es ist unwahrscheinlich, dass eine derartige Krise von heute auf morgen verschwindet», sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. In den nächsten drei bis sechs Monaten gebe es für die US-Firmen keinen Grund, neue Mitarbeiter einzustellen, sagte Richard Yamarone, Chefökonom von Argus Research.

Besonders gebeutelt waren zuletzt die Dienstleister. Allein hier fielen 273 000 Arbeitsplätze weg. Im Produzierenden Gewerbe waren es mit minus 251 000 jedoch kaum weniger. Lediglich der Staat stellte neue Mitarbeiter ein, wenngleich das Plus mit 7000 relativ gering ausfiel. (sda)

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