Juli-Zahlen: US-Arbeitsmarkt schwächelt überraschend
Aktualisiert

Juli-ZahlenUS-Arbeitsmarkt schwächelt überraschend

Rückschlag für die US-Wirtschaft: Die Zahl der Beschäftigten sank im Juli überraschend stark. Sie nahm um 131 000 ab.

Jessica Yon (Mitte) erklärt Regeln des Arbeitslosenamtes in San Francisco (4. Februar 2010).

Jessica Yon (Mitte) erklärt Regeln des Arbeitslosenamtes in San Francisco (4. Februar 2010).

Schwache US-Arbeitsmarktdaten für den Juli übermittelte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington: 131 000 Jobs weniger. Ökonomen hatten ein Minus von 65 000 erwartet.

Zwar ist der grösste Teil der Job-Verluste auf das Ende einer Volkszählung zurückzuführen, für die Tausende Menschen einen befristeten Job erhielten. Der Privatsektor schaffte jedoch weniger Arbeitsplätze als erwartet. Statt 90 000 waren es nur 71 000 neue Jobs.

Zudem waren die Verluste im Vormonat deutlich höher als ursprünglich gedacht. 221 000 waren es nach revidierten Berechnungen im Juni, nachdem zunächst von 125 000 verlorenen Stellen ausgegangen worden war.

Mehr Langzeitarbeitslose

Die Arbeitslosenquote blieb dennoch bei 9,5 Prozent, hauptsächlich deshalb, weil entmutigte Arbeitslose die Suche nach einer Stelle aufgaben und daher nicht mehr statistisch erfasst wurden. Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag zeigt ausserdem, dass 45 Prozent der Arbeitslosen (6,6 Millionen Menschen) bereits seit mehr als sechs Monaten ohne Job sind.

Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit belastet den Konsum; die US- Wirtschaft hängt zu mehr als zwei Dritteln davon ab. Die Börsen gerieten nach den Daten unter Druck, der Dollar verlor an Wert.

Dennoch sehen Experten nicht nur Schlechtes in den Arbeitsmarktdaten: So stieg die durchschnittliche Wochenarbeitszeit leicht, und auch die Löhne legten etwas zu. «Niemand wird seine Konjunkturprognose für das dritte Quartal wegen dieser Daten senken», sagte Cary Leahey von Decision Economics.

Zustimmung zu Obama leidet

Die US-Wirtschaft war im Frühjahr aufs Jahr hochgerechnet um 2,4 Prozent gewachsen und damit spürbar langsamer als zum Jahresauftakt. Die wachsenden Sorgen über die US-Wirtschaft belasten die Zustimmungswerte zu US-Präsident Barack Obama und dämpfen die Chancen seiner Demokratischen Partei bei den anstehenden Parlamentswahlen im November. Sie werden auch zunehmend Thema bei der US-Notenbank Fed.

Deren Chef Ben Bernanke hat bereits angekündigt, dass die Währungshüter ihre Geldpolitik weiter lockern könnten, wenn die Erholung ins Stocken gerät. Die Fed berät in der kommenden Woche über den Leitzins in der weltgrössten Volkswirtschaft. (sda)

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