US-Armee tötet Zivilisten in Afghanistan
Aktualisiert

US-Armee tötet Zivilisten in Afghanistan

US-Soldaten haben heute bei einer Razzia in Afghanistan nach Angaben von Menschenrechtlern vier einheimische Zivilisten getötet. Die Opfer gehörten alle der selben Familie an.

Es handle sich um einen 85-jährigen Mann, zwei seiner Söhne sowie einen Enkel, sagte Menschenrechtsvertreter Lal Gul der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Streitkräfte hätten bei ihrem Einsatz im Bezirk Chogiani in der östlichen Provinz Nangarhar zudem 15 Zivilisten festgenommen.

Das US-Militär bestätigte den Einsatz, sprach allerdings von drei getöteten mutmasslichen Extremisten. Ausserdem seien 16 Kämpfer festgenommen worden. Zivile Opfer gab es demnach keine.

Erst vor wenigen Tagen hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai den ausländischen Streitkräften in seinem Land Fahrlässigkeit gegenüber Zivilisten vorgeworfen. Er forderte eine engere Zusammenarbeit mit den einheimischen Behörden.

Wenn die ausländischen Soldaten in Afghanistan in ihrem Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban Erfolg haben wollten, müssten sie ihre Einsätze besser abstimmen, betonte Karsai.

Afghane bei Selbstmordanschlag getötet

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der NATO-geführten Schutztruppe ISAF im Süden Afghanistans wurde ein weiterer Zivilist getötet. Sechs Menschen wurden verletzt. Unter den Verletzten seien zwei ausländische Soldaten, teilte die ISAF in der Nacht mit.

Der Selbstmordattentäter war mit seinem mit Sprengstoff gefüllten Wagen in der Provinz Paktika in den Konvoi gerast und hatte sich in die Luft gesprengt. (sda)

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