US-Army vertuschte Todesursache von Footballstar
Aktualisiert

US-Army vertuschte Todesursache von Footballstar

Peinliches Zurückkrebsen der US-Armee: Der ehemalige Verteidigungsminister Rumsfeld hat die Vertuschung der wahren Todesursache des US-Soldaten und Footballstars Pat Tillman in Afghanistan bedauert.

Das Verhalten des Pentagons habe den Schmerz der Angehörigen nur noch grösser gemacht, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Washington vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Das US-Militär hatte 2004 die Öffentlichkeit und die Familie des früheren populären Footballstars und Kriegsfreiwilligen Tillman wochenlang über die wahre Todesursache getäuscht. Das Pentagon behauptete zunächst, Tillman sei als Held bei einem Feuergefecht mit der Terrororganisation Al-Kaida getötet worden. Tatsächlich wurde der 27-Jährige irrtümlich von eigenen Kameraden erschossen.

Die Angehörige des Toten beschuldigten das US-Militär und das Pentagon, das Schicksal des Vorzeige-Soldaten für politische Zwecke missbraucht zu haben. Ziel sei es gewesen, negative Schlagzeilen über den Antiterrorkrieg zu verhindern, sagte der Bruder des Toten, Kevin Tillman. «Wir sind alle betrogen worden», klagte Mutter Mary Tillman damals.

Rumsfeld betonte, dass er persönlich nicht involviert gewesen sei, als die Familie Tillmans falsch informiert wurde. Er verwies auf ein internes Schreiben von ihm zu Beginn seiner Amtszeit 2001, in dem er allen Mitarbeiter des Pentagons aufgefordert habe, stets bei der Wahrheit zu bleiben. (sda)

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