Aktualisiert 30.06.2020 20:31

Zu Afghanistan-Frieden

US-Aussenminister hält Videokonferenz mit Taliban ab

Mitten in der Diskussion um angebliche Kopfgelder aus Russland für die Tötung amerikanischer Soldaten in Afghanistan wurde über den Friedensprozess am Hindukusch beraten.

1 / 4
Der US-Aussenminister (l.) stand im Austausch mit den Taliban.

Der US-Aussenminister (l.) stand im Austausch mit den Taliban.

keystone-sda.ch
Mike Pompeo soll in einer Videokonferenz …

Mike Pompeo soll in einer Videokonferenz …

REUTERS
… über die Umsetzung der Friedensverbeinbarung gesprochen haben.

… über die Umsetzung der Friedensverbeinbarung gesprochen haben.

keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Mike Pompeo sprach am Montag mit den Taliban.
  • Es ging um die Umsetzung der Friedensverbeinbarung von Februar.
  • Die Taliban sollten von Angriffen auf Amerikaner absehen.

Wie ein Sprecher der Rebellen am Dienstag mitteilte, sprach US-Aussenminister Mike Pompeo am Montag in einer Videokonferenz mit dem Chef des politischen Taliban-Büros, Mullah Baradar, über die Umsetzung der Friedensverbeinbarung von Februar. Dabei geht es vor allem um einen Abzug der US-geführten Truppen im Gegenzug für Sicherheitsgarantien der Taliban. Das US-Aussenministerium erklärte, Pompeo habe die Rebellen in der Konferenz zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen gedrängt – wozu gehöre, keine Amerikaner anzugreifen.

Die «New York Times» hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Russland habe Taliban-Kämpfern Kopfgeld für die Tötung ausländischer Soldaten gezahlt. Der Zeitung zufolge soll US-Präsident Donald Trump darüber Geheimdienstinformationen erhalten haben. Das Präsidialamt hält dem entgegen, Trump sei persönlich nicht informiert worden. Ob er eine schriftliche Mitteilung bekommen und diese gelesen hat, liess das Präsidialamt offen.

Afghanistans Regierung nicht an dem Abkommen beteiligt

Der demokratische Präsidentschafskandidat Joe Biden nahm dies zum Anlass für scharfe Kritik an Trump. Sollte der Präsident informiert gewesen sein und nicht gehandelt haben, käme dies einer Pflichtverletzung gleich, so Biden. Eine Reaktion von Trump dazu gab es zunächst nicht.

Die USA hatten Ende Februar in Doha ein Abkommen mit den Taliban unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Bis zu 5000 Taliban sollen im Tausch gegen 1000 Gefangene der Rebellen freikommen. Afghanistans Regierung war nicht an dem Abkommen beteiligt worden, was zu Spannungen geführt hat. Die Taliban lehnten direkte Gespräche mit der Regierung ab.

(Reuters/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.