Aktualisiert 13.02.2009 14:00

AutokriseUS-Autoindustrie startet schlecht ins neue Jahr

Die Krise auf dem US-Automarkt hat sich zu Jahresbeginn weiter verschärft: Der Fahrzeugabsatz sackte im Januar auf den niedrigsten Stand seit mehr als 26 Jahren ab.

Die Verkaufszahlen brachen um 37 Prozent auf 656 976 Fahrzeuge ein, wie die Organisation Autodata mitteilte. Die deutschen Hersteller konnten sich der Talfahrt zwar nicht entziehen, aber zumindest Volkswagen und BMW schnitten deutlich besser ab als die Konkurrenz.

Am heftigsten bekam der schwer angeschlagene US-Hersteller Chrysler den Käuferstreik zu spüren, der Absatz verringerte sich um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der ebenfalls ums Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern General Motors verbuchte ein Minus von 49 Prozent und Ford von 40 Prozent.

Europas grösster Autobauer, Volkswagen, verzeichnete im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus um 11,6 Prozent auf 12.744 Fahrzeuge und stand damit besser da als der Gesamtmarkt. Die Rettung für die Wolfsburger waren die drei neuen Modelle Tiguan, der Van Routan und das Coupe CC, die im Vorjahr noch nicht im Angebot waren. Dagegen gingen die Verkaufszahlen der klassischen Modelle wie Golf oder Passat deutlich zurück. Der Absatz des Modells Passat fiel im Januar um 46 Prozent.

BMW verkaufte im Januar 14.314 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini in den USA und damit 15,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Bei der Kernmarke BMW gingen die Verkäufe um 15,5 Prozent auf 12.232 Autos zurück. Mit minus 15,4 Prozent fiel der Absatzrückgang beim bisherigen Verkaufsschlager Mini fast ebenso hoch aus. Von dem Kleinwagen wurden im Januar nur 2.082 Fahrzeuge an US-Kunden verkauft.

Absatz von rund 10 Millionen Fahrzeugen im Gesamtjahr

Einen dramatischen Absatzrückgang müsste Daimler bei der Kernmarke Mercedes-Benz hinnehmen. Es wurden 42,9 Prozent weniger Autos mit dem Stern an die Kunden ausgeliefert. Bei Einbeziehung des Kleinwagens Smart, der sich in den USA zunehmender Beliebtheit erfreut, betrug der Rückgang 35,5 Prozent. Der Sportwagenbauer Porsche verzeichnete auf seinem wichtigsten Auslandsmarkt einen Rückgang von 37 Prozent.

Insgesamt konnten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil im Pkw-Geschäft in den USA um knapp 2 Prozentpunkte auf 11 Prozent ausbauen, wie der Verband der Automobilindustrie berichtete. Dies sei ein Beleg dafür, dass die deutschen Hersteller bereits jetzt die richtigen Produkte anböten, um gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können.

Die Verkäufe von Toyota und Nissan brachen im Januar um jeweils rund 30 Prozent ein. Analyst Aaron Bragman von der Beratungsfirma IHS Global Insight rechnet damit, dass dieses Jahr in den USA nur noch 10,3 Millionen Autos abgesetzt werden, nach 13,2 Millionen 2008 und noch 16,1 Millionen Euro im Jahr 2007. (dapd)

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