Nobelpreis: US-Autoren abgeschrieben?

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NobelpreisUS-Autoren abgeschrieben?

Der neue Sprecher der Schwedischen Akademie ist überzeugt: die Auswahl von möglichen Autoren für den Literaturnobelpreis wurde zu europalastig getroffen. Er sagte am Dienstag, es gäbe viele amerikanische Schriftsteller, die für die begehrte Auszeichnung genau so qualifiziert wären.

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mag

Diese Äusserungen von Peter Englund, zwei Tage vor der Ankündigung des Preises für dieses Jahr, kontrastieren mit der Ansicht seines Vorgängers, Horace Engdahl, der bis Juni noch Sekretär der Schwedischen Akademie war. Engdahl war nämlich der Ansicht, die US-Literatur sei zu eingeschränkt.

Da die Juroren in der Schwedischen Akademie Europäer sind, neigen sie dazu, eine rein europäische Betrachtungsweise auf die Literatur zu haben, sagte Englund.

Zu den diesjährigen potenziellen Kandidaten gehören Mario Vargas Llosa aus Peru, die Amerikaner Phillip Roth und Joyce Carol Oates, Israels Amos Oz und der syrische Dichter Adonis.

Erst letztes Jahr sagte Engdahl noch, dass Europa immer noch das Zentrum der literarischen Welt sei und dass die Qualität der US-Literatur nachgelassen hätte, da die Autoren sich zu sehr von Trends ihrer eigenen Kultur beeinflussen liessen. Damit sorgte er für ordentliche Aufreger, die über den Atlantik kamen.

Der letzte amerikanische Preisträger war Toni Morrison, im Jahr 1993.

(mag/dapd)

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