US-Behörde will Klon-Milch und Klon- Fleisch freigeben
Aktualisiert

US-Behörde will Klon-Milch und Klon- Fleisch freigeben

Die USA könnten ab kommendem Jahr als weltweit erstes Land Milch und Fleisch von geklonten Nutztieren zum Verzehr freigeben, denn laut der US-Lebensmittelbehörde FDA ist der Verzehr von völlig unbedenklich.

Laut Stephen Sundlof, Leiter des Tierärztlichen Instituts der FDA, könnte die Freigabe noch 2007 erfolgen. Die Auswertung hunderter Studien habe ergeben, dass Klon- Lebensmittel genauso sicher seien wie die von anderen Tieren, sagte er am Donnerstag in Washington.

Aus heutiger Sicht müssten Lebensmittel von geklonten Tieren nicht gekennzeichnet werden und könnten auch in den Export gehen. Sundlof betonte, es sei unwahrscheinlich, dass Produkte von geklonten Tieren bei einem Ende des US-Verkaufsverbots in den Handel kämen: Schliesslich gebe es nur einige hundert Klontiere.

Zu ihrem Richtlinien-Entwurf für die Lebensmittelindustrie verwies die FDA darauf, Klontiere seien teuer und selten. Sie würden eingesetzt, um Eigenschaften wie Wiederstandsfähigkeit gegen Krankheiten oder hochwertiges Fleisch an die nächsten Generationen weiterzugeben.

«Da Klontiere vor allem zur Zucht genutzt werden werden, werden fast alle aus dem Klonvorgang entstehenden Lebensmittel voraussichtlich von den durch natürliche Fortpflanzung reproduzierten Nachkommen der Klone stammen, nicht von den Klonen selbst.»

Konsumentenschützer warnen

Bei Konsumentenschützern löste die Aussicht auf eine Zulassung der betreffenden Nahrungsmittel dennoch heftige Kritik aus. «Wir denken, das wäre ein sehr schlechter Entscheid», sagte die Ernährungs-Expertin des US-Konsumentenschutzbundes Consumer Federation of America, Carol Foreman.

Unabhängige Umfragen zeigten, dass 60 Prozent der US-Bürger gegen das Klonen von Tieren seien und deren Milch und Fleisch auch nicht kaufen wollten, wenn die Regierung sie als sicher einstufen würde, betonte Foreman.

Sollte die Regierung in Washington nicht handeln, würden die Interessenverbände die Konsumenten auffordern, Druck auf Detailhändler auszuüben, damit diese keine Produkte von geklonten Tieren verkaufen. Der Regierung warf Foreman vor, wissenschaftliche Ergebnisse zu ignorieren.

«Die meisten Klone sind normal»

Diese zeigten, dass Klon-Schwangerschaften oft zu Fehlgeburten führten, zahlreiche Klon-Tiere mit Missbildungen geboren würden und oft nicht lange überlebten. «Es gibt keinen öffentlichen Nutzen einer Technologie, die ernste Bedenken über Tierquälerei hervorruft», sagte die Konsumentenschützerin.

In dem mehr als 300 Seiten dicken FDA-Bericht mit zahlreichen Anhängen heisst es, «die meisten Klone», welche die perinatale Phase überlebten, seien «normal und gesund».

(sda)

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