Amoklauf von Newtown: US-Behörden veröffentlichen Notrufe
Aktualisiert

Amoklauf von NewtownUS-Behörden veröffentlichen Notrufe

Vor knapp einem Jahr schoss Adam Lanza an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown um sich, tötete 20 Kinder und sechs Lehrer. Am Mittwoch veröffentlichten die US-Behörden Mitschnitte der Notrufe.

Am Morgen des 14. Dezember 2012 stürmte der 20-jährige Adam Lanza die Grundschule Sandy-Hook in Newtown, Connecticut. Lanza hatte ein halbautomatisches Gewehr sowie zwei Handfeuerwaffen dabei, womit er 20 Kinder und sechs Erwachsene erschoss. Vor dem Amoklauf hatte er seine Mutter umgebracht, schliesslich richtete er sich selbst.

Jetzt veröffentlichten die US-Behörden Mitschnitte der Notrufe. «Sandy-Hook-Schule, ich glaube, hier schiesst jemand», sagt eine Frau voller Angst in der Stimme. «Jemand schiesst noch immer, Sandy-Hook-Schule, bitte!» Ein Mann sagt den Beamten, eine Glastür sei eingeschossen worden. «Es geschieht weiterhin», sagt er. Im Hintergrund sind Schüsse zu hören.

Insgesamt sieben Telefonate gingen bei der Notrufzentrale ein. Darunter auch der einer Lehrerin, die der Amokläufer am Fuss traf und sich mit Kindern in einem Klassenraum verschanzte. «Bleiben Sie ruhig, wir sind auf dem Weg», versucht ein Polizist zu beruhigen.

Erste Opfer des Amoklaufs beerdigt

Massenmorde faszinierten Lanza

Erst vor wenigen Tagen präsentierte die Staatsanwaltschaft den Abschlussbericht zum Amoklauf. Das Motiv des 20-Jährigen bleibt weiterhin unklar. Gemäss dem Bericht sei Lanza aber psychisch krank und von Massenmorden und Waffen fasziniert gewesen.

«Diese Tragödien müssen enden»

Lanza stammte selbst aus der Kleinstadt Newtown. Mit 28 Toten gilt die Tat als eines der schwersten Schulmassaker der US-Geschichte.

Notrufe sollten unter Verschluss bleiben

Die Aufnahmen der Notrufe waren ursprünglich nicht zur Veröffentlichung vorgesehen. Aus Rücksicht auf die Angehörigen der Opfer, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Dagegen klagte laut eigenen Angaben die Nachrichtenagentur AP. Es gehöre zur journalistischen Aufgabe, diese Quellen auswerten und zugänglich zu machen. Das bestätigte schliesslich ein Gericht.

(SDA)

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