Aktualisiert

Ölpest im Golf von MexikoUS-Bericht entlastet BP

Wer ist Schuld an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko? Jetzt erhält der Ölkonzern BP unerwartet Rückendeckung.

Im Streit um die Schuld an der Ölpest im Golf von Mexiko haben erste Befunde der von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Untersuchungskommission die Ergebnisse einer internen Studie des Ölkonzerns in vielen Punkten bestätigt. Wie Kommissionsleiter Fred Bartlit am Montag mitteilte, decken sich die Erkenntnisse zu etwa 90 Prozent.

Zu keinem Zeitpunkt habe eine Entscheidung bewusst die Sicherheit aufs Spiel gesetzt, um Kosten zu sparen, sagte Bartlit. Die Kommission stellt sich damit gegen die Befunde eines Untersuchungsausschusses des US-Kongresses, der schwere Vorwürfe gegen BP erhoben hatte. BP selbst hatte dagegen einen Teil der Verantwortung für die Umweltkatastrophe anderen Unternehmen zugesprochen: dem Ölplattform-Besitzer Transocean und dem Lieferanten des für die Stabilisierung des Bohrlochs verwendeten Zements - die Firma Halliburton.

Edward J. Markey, Kongressabgeordneter und Mitglied des Energieausschusses hält trotz des nun vorgestellten Berichts an den Vorwürfen gegenüber BP fest. «Wenn es zur Firmenkultur gehört Risiken einzugehen und Abkürzungen zu nehmen, dann kommen dabei systemische Fehler heraus, die zu Katastrophen wie der Ölpest führen, ohne, dass es eine einzelne kompromittierende Entscheidung gab», sagte er. Pipeline-Lecks in Alaska, eine Raffineriekatastrophe in Texas und die Deep-Water-Horizon-Katastrophe hätten bewiesen, dass BP mit dem Ziel der Profitmaximierung seit langem an die Grenzen gehe.

Aspekte ausgelassen

Der Bericht der Kommission berücksichtigte allerdings nicht alle Aspekte, die zur Katastrophe führten. So wurde nicht untersucht, warum der «Blowout Preventer» - das Not-Absperrventil am Meeresboden - versagte. Er wolle vor dem abschliessenden Bericht über die Untersuchung des Geräts keine Schlüsse ziehen, sagte Bartlit.

Die Ölplattform «Deepwater Horizon» war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert. Elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Aus dem Bohrloch flossen anschliessend über Wochen mehr als 780 Millionen Liter Öl ins Meer. Erst Mitte Juli konnte die Quelle provisorisch verschlossen werden. Bis zur endgültigen Versiegelung vergingen nochmals mehrere Wochen.

(dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.