Kursschwankungen: US-Börsen legen kräftig zu
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KursschwankungenUS-Börsen legen kräftig zu

Die US-Börsen haben gestern dank Wells Fargo und Ölpreis die kräftigsten Gewinne seit mehr als drei Monaten verbucht.

Für grosse Erleichterung sorgte vor allem die Nachricht, dass die Finanzkrise die Bank Wells Fargo nicht so stark getroffen hat wie befürchtet.

Zudem trieben stark sinkende Ölpreise nach der Veröffentlichung von US-Lagerdaten die Kurse nach oben. Auch ein massiver Anstieg der Inflation auf fünf Prozent im vergangenen Monat konnte die Stimmung an den Märkten daher nicht trüben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 2,52 Prozent im Plus bei 11.239 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 10.918 und 11.244 Stellen gependelt.

Der breiter gefasste S&P-500 notierte 2,51 Prozent fester mit 1245 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann gar 3,12 Prozent auf 2284 Punkte hinzu.

Wells Fargo legt über 30 Prozent zu

Wells Fargo wies zwar einen Gewinnrückgang um 23 Prozent auf 1,75 Milliarden Dollar für das zweite Quartal aus. Pro Aktie verdiente das Institut aber mit 53 Cent vier Cent mehr als erwartet. Die Aktie schoss um 32,8 Prozent in die Höhe.

Auf Erholungskurs waren auch andere Titel des Sektors, etwa die zuletzt stark gebeutelten Papiere der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, mit einem Plus von 30,8 beziehungsweise 29,9 Prozent.

US-Notenbankchef Ben Bernanke erklärte vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses, beide Institute verfügten über genügend Kapital und seien nicht vom Bankrott bedroht. Kräftig aufwärts ging es auch für die Aktien der Bank of America, die 22,4 Prozent höher notierten.

Ölpreis hilft Finanztiteln

Während Investoren die zuletzt verschmähten Finanztitel wieder entdeckten, zogen sie ihr Kapital nach einem Rückgang des Ölpreises aus Energietiteln ab.

Der Preis für ein Fass US-Leichtöl sank um mehr als vier Dollar auf 134,50 Dollar, nachdem die US-Rohöl-Lagerbestände in der vergangenen Woche stärker als erwartet gestiegen waren.

Von dem sinkenden Ölpreis profitierten auch die Papiere von Fluggesellschaften: So schossen die Titel von Delta Airlines und der American-Airlines-Mutter AMR in die Höhe, obwohl beide Unternehmen im abgelaufenen Quartal Verluste schrieben.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien von Time Warner. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, der Medienkonzern treibe die Verhandlungen mit Microsoft und Yahoo über seine AOL- Internetsparte voran. Time-Warner-Titel stiegen daraufhin 1,3 Prozent, Microsoft-Aktien 9,5 Prozent und Yahoo-Papiere 4,4 Prozent.

Stock Exchange

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 2430 Werte legten zu, 759 gaben nach und 62 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,44 Milliarden Aktien 2218 im Plus, 670 im Minus und 107 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 28/32 auf 99-15/32. Sie rentierten mit 3,940 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 61/32 auf 96-20/32 und hatten eine Rendite von 4,583 Prozent. (sda)

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