US-Börsen schliessen tiefer
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US-Börsen schliessen tiefer

Nach der geplatzten Milliarden-Übernahme von Yahoo durch Microsoft haben die US-Börsen am Montag schwächer geschlossen.

Yahoo-Titel verloren zeitweise ein Fünftel ihres Wertes und zogen damit den Nasdaq-Index ins Minus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent tiefer bei 12 969 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12 939 und 13 058 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,5 Prozent auf 1407 Punkte nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zum Schluss 0,5 Prozent schwächer bei 2464 Punkten.

Microsoft hatte am Wochenende sein Gebot für die Übernahme des Internet-Konzerns zurückgezogen. Yahoo erachtete die Offerte im Volumen von 47,5 Milliarden Dollar als zu niedrig, auch wenn Microsoft zuletzt aufgestockt hatte. Yahoo-Aktien fielen 15 Prozent auf 24,37 Dollar.

Die Papiere von Microsoft verzeichneten im Handelsverlauf Kursgewinne, drehten am Ende aber ins Minus und schlossen 0,6 Prozent tiefer bei 29,08 Dollar.

Google lachender Dritter?

Lachender Dritter könnte Google sein. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, Yahoo werde wohl auf eine Partnerschaft im Anzeigengeschäft mit dem führenden Suchmaschinenbetreiber dringen. Die Google-Aktien stiegen um 2,3 Prozent auf 594,90 Dollar.

Zu den Verlierern zählten die Aktien der Bank of America mit einem Minus von 2,1 Prozent. Das Geldhaus wird nach Einschätzung eines Brokerhauses wohl neu über den Kaufpreis für Countrywide verhandeln oder gar komplett auf die Übernahme verzichten.

Das Schulden-Portfolio des Baufinanzierers habe sich so stark verschlechtert, dass es die Ergebnisse der Bank of America selbst belasten würde, schrieb Analyst Paul Miller von Friedman, Billings und Ramsey. Die Countrywide-Aktie verlor 10,4 Prozent auf 5,36 Dollar.

Fluggesellschaften leiden unter Ölpreis

Der Ölpreis stieg erstmals über 120 Dollar je Fass. Das belastete vor allem die Aktien der Fluggesellschaften: Northwest, Continental und United Airlines verloren alle knapp sechs Prozent.

Gefragt war die Aktie von Sprint Nextel. Nach Angaben aus Kreisen ist die Telefongesellschaft im Visier der Deutschen Telekom. Ein Kaufentscheid ist demnach aber noch nicht gefallen. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück erklärte, er halte das Interesse für ein Gerücht.

Die Unternehmen wollten keine Stellung nehmen. Das «Wall Street Journal» berichtete zudem, dass Sprint die Abspaltung seiner Nextel- Sparte erwägt. Beide Nachrichten gaben der Sprint-Nextel-Aktie Auftrieb: Sie schloss knapp elf Prozent höher bei 8,72 Dollar.

Dienstleistungen auf Wachstumskurs

Positive Nachrichten erreichte die Börsianer auch aus der US- Dienstleistungsbranche: Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg im April überraschend auf 52,0 von 49,6 Zählern im März. Damit kletterte der Index erstmals in diesem Jahr über die Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 01/32 auf 97-02/32. Sie rentierten mit 3,861 Prozent. Die 30- jährigen Bonds verloren 07/32 auf 96-16/32 und hatten eine Rendite von 4,591 Prozent.

(sda)

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