04.06.2018 13:15

Umstrittenes InterviewUS-Botschafter erntet harsche Kritik aus Berlin

Er wolle die Konservativen in Europa stärken – und er meinte nicht Angela Merkel. Der neue US-Botschafter in Berlin verärgert deutsche Regierungsbeamte.

von
jdr
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Der eben erst angetretene US-Botschafter in Deutschland, Richard Allen Grenell, sorgt für Irritationen bei deutschen Regierungspolitikern: Grund sind einige Aussagen, die er im Interview mit dem ultrarechten Internetportal «Breitbart» getätigt hat.

Der eben erst angetretene US-Botschafter in Deutschland, Richard Allen Grenell, sorgt für Irritationen bei deutschen Regierungspolitikern: Grund sind einige Aussagen, die er im Interview mit dem ultrarechten Internetportal «Breitbart» getätigt hat.

AP/Michael Sohn
In dem Interview hatte Grenell, hier bei seiner Vereidigung im Mai 2018, die Absicht geäussert, «andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken» zu wollen. Das wiederum...

In dem Interview hatte Grenell, hier bei seiner Vereidigung im Mai 2018, die Absicht geäussert, «andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken» zu wollen. Das wiederum...

Bernd von Jutrczenka
...sorgte für gerunzelte Brauen bei einigen Regierungspolitikern und dem deutschen Aussenministerium. Richard Grenell und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Akkreditierungszeremonie des neuen Botschafters im Mai.

...sorgte für gerunzelte Brauen bei einigen Regierungspolitikern und dem deutschen Aussenministerium. Richard Grenell und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Akkreditierungszeremonie des neuen Botschafters im Mai.

epa/Felipe Trueba

Nach einem Interview des neuen US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, mit dem ultrarechten Internetportal «Breitbart» hat das Auswärtige Amt Erklärungen von der US-Regierung gefordert. «Wir haben die US-Seite um Aufklärung gebeten, ob die Äusserungen tatsächlich in der Form so gefallen sind, wie sie wiedergegeben wurden», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums am Montag in Berlin.

Beim Antrittsbesuch Grenells am Mittwoch bei Staatssekretär Andreas Michaelis werde «sicherlich Gelegenheit sein zu erörtern, wie er seine Äusserungen gerne eingeordnet wissen möchte», sagte der Ministeriumssprecher weiter. Das Auswärtige Amt habe «auch spätere Äusserungen Grenells zur Kenntnis genommen, dass er nicht so verstanden werden möchte, wie er von einigen verstanden wurde».

Kanzler Kurz, der «Rockstar»

Grenell hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit dem ultrarechten Internetportal «Breitbart» in London gesagt: «Ich möchte andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken.» Nach seiner Wahrnehmung seien Konservative im Aufwind angesichts der «gescheiterten Politik» der Linken. Es gebe «eine Menge Arbeit».

Bannon verlässt «Breitbart»

Gründe für seinen Abgang nennt der 64-Jährige zunächst nicht. Sein Verhältnis zu Trump ist jedoch zerrüttet.

Eine erfolgversprechende Strategie sei es, konservative Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die das Leben der einfachen arbeitenden Menschen verbesserten. Grenell sprach in diesem Zusammenhang von der «schweigenden Mehrheit». Die «Unterstützung ist massiv» für Kandidaten, die sich «konsistent konservativ» zu Themen wie Migration, Steuern und Bürokratie äussern könnten.

In dem «Breitbart»-Interview lobte Grenell zudem Österreichs konservativen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er empfinde «grossen Respekt und Bewunderung» für Kurz, dessen ÖVP in Wien mit der rechtspopulistischen FPÖ regiert. Er halte Kurz für einen «Rockstar». «Ich bin ein grosser Fan.»

(jdr/afp)

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