Aktualisiert 13.06.2014 03:00

Reaktion auf den VormarschUS-Bürger in Bagdad in Sicherheit gebracht

Nach Mossul und Tikrit haben es die Extremisten auf die irakische Hauptstadt abgesehen. Nun haben die USA den Luftwaffenstützpunkt Balad nördlich von Bagdad evakuiert.

Angesichts des Vormarschs der Dschihadisten im Irak sind am Donnerstag hunderte US-Bürger von einem Militärflughafen nördlich der Hauptstadt Bagdad in Sicherheit gebracht worden. Dies bestätigte ein US-Militärvertreter.

Hunderte Angestellte von US-Unternehmen, die auf dem Flughafen Balad 80 Kilometer nördlich von Bagdad im Auftrag der irakischen Regierung die Lieferung von US-Kampfflugzeugen vom Typ F-1 vorbereiten, seien nach Bagdad gebracht worden. Demnach ist die US-Regierung nicht an der Aktion beteiligt. «Es sind ihre Leute, es sind ihre Flugzeuge», sagte der Militärvertreter mit Blick auf die Unternehmen.

Obama trifft Sicherheitsberater

Die US-Aussenamtssprecherin Jennifer Psaki bestätigte, dass Mitarbeiter des US-Programms für ausländische Rüstungsverkäufe (FMS) aus Sicherheitsgründen vorübergehend verlegt worden seien. Die US-Botschaft und die Konsulate arbeiteten jedoch weiter wie bisher, betonte Psaki. Auf dem Militärflughafen Balad waren während der US-Besatzung bis zu 36.000 US-Militärangestellte stationiert, doch wurde der weitläufige Komplex im November 2011 in die Verantwortung der Iraker übergeben.

Angesichts des schnellen Vormarschs sunnitischer Extremisten und der sich zuspitzenden Lage im Irak traf sich US-Präsident Barack Obama mit seinen Team für nationale Sicherheit, um über die Situation zu beraten. Das teilte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden, mit. Obama behält sich eine militärische Reaktion vor. Ein Einsatz von US-Truppen sei aber ausgeschlossen, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter laut einem CNN-Bericht.

Iran schickt Revolutionsgarden

Der Iran schickte unterdessen Revolutionsgarden in den benachbarten Irak, um die Dschihad-Verbände der Isis zurückzudrängen, die grosse Teile im Norden und Westen des Iraks erobert haben. Mindestens drei Bataillone der Al-Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, wurden zur Unterstützung geschickt, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf iranische Sicherheitskreise.

Die Kämpfer der radikalen sunnitischen Rebellengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isil) waren zuvor weiter nach Bagdad vorgestossen. Bei ihrer Blitzoffensive hatten sie am Dienstag die nördliche Millionenstadt Mossul und die gesamte Provinz Ninive in ihre Gewalt gebracht und anschliessend auch Teile der Provinz Kirkuk und die Stadt Tikrit erobert. US-Präsident Barack Obama sicherte der irakischen Regierung Unterstützung im Kampf gegen die Extremisten zu und sagte, «alle Optionen» würden geprüft. (sda)

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