10.08.2017 10:58

Akustischer Anschlag?US-Diplomaten leiden an mysteriöser Krankheit

Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna sollen Opfer einer «akustischen Attacke» geworden sein. Als Antwort verweist Washington zwei kubanische Diplomaten des Landes.

von
kko
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Die US-Botschaft in Havanna.

Die US-Botschaft in Havanna.

epa/Alejandro Ernesto
Die Ursache der mysteriösen Erkrankung ist unklar. Washington hat daraufhin zwei kubanische Diplomaten des Landes verwiesen.

Die Ursache der mysteriösen Erkrankung ist unklar. Washington hat daraufhin zwei kubanische Diplomaten des Landes verwiesen.

Andrew Harnik
Die ersten dieser Fälle seien Ende 2016 bekannt geworden, sagte Aussenamtssprecherin Heather Nauert. Zur Zahl der betroffenen US-Diplomaten und zur Art ihrer Symptome machte sie keine Angaben.

Die ersten dieser Fälle seien Ende 2016 bekannt geworden, sagte Aussenamtssprecherin Heather Nauert. Zur Zahl der betroffenen US-Diplomaten und zur Art ihrer Symptome machte sie keine Angaben.

AP/Ramon Espinosa

Mehrere Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna hätten über «Vorfälle» geklagt, die verschiedene «körperliche Symptome» ausgelöst hätten, teilte das US-Aussenministerium mit. Einige der Diplomaten hätten wegen der mysteriösen Erkrankung in die USA zurückkehren müssen. Daraufhin habe man im Mai zwei kubanische Diplomaten ausgewiesen.

Dem Sender CNN zufolge könnte es sich bei den Vorfällen um einen «akustischen Anschlag» gehandelt haben. Die Betroffenen hätten ihr Gehör für immer verlieren können, bezieht sich der Sender auf Angaben eines US-Beamten. Die Symptome seien mit den Folgen einer Gehirnerschütterung zu vergleichen.

Havanna protestiert gegen Ausweisung

Die ersten dieser Fälle seien Ende 2016 bekannt geworden, sagte Aussenamtssprecherin Heather Nauert. Die Ursache sei unklar. Sie vermied es, die kubanische Regierung zu beschuldigen, betonte aber: Es sei ihre Pflicht, US-Diplomaten zu schützen. «Das ist einer der Gründe, warum wir die Sache so ernst nehmen.»

Zur Zahl der betroffenen US-Diplomaten und zur Art ihrer Symptome machte sie keine Angaben. «Als Folge davon haben wir zwei Kubaner aufgefordert, die USA zu verlassen – und das haben sie», sagte die Sprecherin.

«Besorgniserregend»

Die kubanische Regierung bestätigte die Angaben. Havanna hatte demnach gegen die Ausweisung der beiden Diplomaten protestiert und die US-Regierung aufgefordert, bei der Aufklärung der mysteriösen Vorfälle zusammenzuarbeiten. «Wir haben gemeinsam mit den Kubanern versucht, herauszufinden, was los ist. Sie beharren darauf, es nicht zu wissen, aber es war besorgniserregend und beschwerlich», beschreibt ein US-Beamter die Zusammenarbeit.

Den beiden ausgewiesenen Diplomaten könne eine Rückkehr in die USA ermöglicht werden, sobald der Fall aufgeklärt sei.

«Grausames und brutales Regime»

Die Beziehung zwischen dem Inselstaat und den USA ist seit Jahrzehnten angespannt. US-Präsident Donald Trump hatte im Juni eine Abkehr von der Kuba-Politik seines Vorgängers Barack Obama eingeleitet. Er nahm von Obama eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem Karibikstaat zurück. Trump bezeichnete die kubanische Regierung als ein «grausames und brutales Regime» und machte die künftigen bilateralen Beziehungen von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

Obama hatte ab Ende 2014 eine Politik der Annäherung an den Karibikstaat betrieben. Am 20. Juli 2015 eröffnete Kuba erstmals seit rund einem halben Jahrhundert wieder seine Botschaft in Washington. Die historische Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu dem karibischen Nachbarland nach mehr als 50 Jahren Eiszeit blieb von Trumps Kurswechsel unberührt. (kko/afp)

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