Aktualisiert 09.08.2015 14:00

Gender-Klischees

US-Discounter setzt nach Shitstorm auf Unisex

Target, einer der grössten Einzelhänder der USA, will die Trennung von Mädchen- und Jungen-Produkten aufheben. Eine Kundin hatte auf Twitter einen Entrüstungssturm ausgelöst.

von
bee
Trennung bleibt bei Kleidern erhalten: Eine Kundin spaziert an einer Target-Filiale in Watertown, Massachusetts vorbei.(19. Dezember 2013)

Trennung bleibt bei Kleidern erhalten: Eine Kundin spaziert an einer Target-Filiale in Watertown, Massachusetts vorbei.(19. Dezember 2013)

Der US-Detailhandelsriese Target hebt nach öffentlichem Druck seine Gender-Labels in seinem Kindersortiment teilweise auf. Kunden hätten zurecht darauf hingewiesen, dass die Unterscheidung nach Geschlechtern in Bereichen wie der Spielzeug-, Heimbedarf- oder Unterhaltungsabteilung unnötig sei, teilte Target mit.

«Wir haben verstanden, und wir stimmen zu», heisst es auf der Internetseite des Unternehmens. Teams von Target-Mitarbeitern seien nun dabei, zu prüfen, wo Gender-Labels weiterhin Sinn machten – und wo nicht. Fest steht bereits: Bei Kleidern soll die Trennung wegen Unterschieden bei Grössen und Schnitten beibehalten werden.

Stereotypen Alternativen entgegensetzen

Im Juni hatte eine Kundin auf Twitter einen Entrüstungssturm ausgelöst, indem sie Fotos eines «Mädchen-Baukastens» postete, der in einer Target-Filiale neben einer «regulären» Version angeboten wurde. «Es fiel mir sofort als gutes Beispiel dafür auf, dass unsere Kultur dazu tendiert, Jungen und Männer als die vorgegebene, normale Option zu betrachten», sagte die Frau damals dem Sender CNN.

In den USA gibt es schon länger eine öffentliche Diskussion um von Industrie und Einzelhandel forcierte Gender-Klischees, wie beispielsweise die Farben Pink und Blau bei Kinderkleidung. Einige Startup-Bekleidungsfirmen sind bereits mit dem Ziel angetreten, diesen Stereotypen Alternativen entgegenzusetzen. (bee/sda)

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