Aktualisiert 04.08.2004 14:31

US-Ermittler rätseln wegen Anschlagsplänen

Nach den Terrorwarnungen in den USA ist weiter unklar, wie weit die in Pakistan entdeckten Anschlagspläne gegen amerikanische Finanzinstitutionen fortgeschritten waren.

Die Geheimdienste seien uneins, ob die Pläne von ihren Urhebern überhaupt noch verfolgt wurden oder schon vor längerer Zeit aufgegeben worden seien, verlautete am Mittwoch aus Sicherheitskreisen. In Grossbritannien wurden unterdessen 13 Terrorverdächtige verhaftet. Mit den Vorgängen in den USA standen die Festnahmen aber offenbar nicht in Zusammenhang.

Die Verhaftungen seien im Zuge umfassender und seit längerem andauernder Ermittlungen erfolgt, erklärte die Polizei. Indirekt wies sie damit Vermutungen zurück, dass die landesweiten Razzien am Dienstagabend durch die jüngsten Warnungen pakistanischer Behörden vor Anschlägen in den USA und Grossbritannien ausgelöst worden sein könnten. Die Festgenommenen stünden im Verdacht, Terrorakte begangen oder vorbereitet zu haben, teilte die Londoner Polizei am Dienstagabend mit. Einer der Verdächtigen wurde allerdings schon am Mittwoch wieder freigelassen.

Der Rundfunksender BBC berichtete, die Männer im Alter von 19 bis 31 Jahren seien südostasiatischer Herkunft. Sie waren nach Polizeiangaben in London, Bushey, Luton und Blackburn festgenommen worden. Die muslimische Gemeinde in Luton kritisierte die Verhaftungen. Die Gemeinde habe den Eindruck, zum Opfer der Anti-Terror-Politik zu werden, sagte ein Sprecher.

Eine Diskriminierung von Muslimen wird auch in einem Bericht des Menschenrechtsausschusses des Parlaments festgestellt, der ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die durch die Terrorgesetze erweiterten Vollmachten der Polizei würden überproportional häufig gegen Muslime eingesetzt, heisst es darin. Die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlassenen Anti-Terror-Gesetze gestatten unter anderem, Verdächtige ohne Anklage auf unbegrenzte Zeit zu inhaftieren.

Bericht über geplanten Anschlag in Südafrika

Aus Pakistan wurde unterdessen von weiteren Anschlagsplänen des Terrornetzwerks Al Kaida berichtet. Zusammen mit dem mutmasslichen Al-Kaida-Mitglied Ahmed Khalfan Ghailani, aus dessen Umfeld die Informationen über Anschlagsziele in den USA stammen, seien auch zwei Südafrikaner verhaftet worden, verlautete am Mittwoch aus Geheimdienstkreisen. Diese hätten vermutlich Anschläge in Johannesburg geplant.

Das pakistanische Innenministerium hatte am Dienstag die Festnahme von zwei hochrangigen Al-Kaida-Mitgliedern afrikanischer Herkunft gemeldet. Ob es sich dabei um die gleichen Männer handelte, war jedoch unklar. Einer der beiden Al-Kaida-Funktionäre wird nach Angaben des Innenministeriums von den USA gesucht. Auf seine Ergreifung sei eine millionenschwere Belohnung ausgesetzt. Die pakistanischen Behörden wiesen Berichte zurück, wonach Ghailani, der für die Anschläge auf die US-Botschaften in Tansania und Nairobi vor sechs Jahren verantwortlich gemacht wird, bereits an die US-Behörden überstellt wurde. (dapd)

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