Aktualisiert 13.06.2014 13:31

Uber-AppUS-Firma mischt den Zürcher Taxi-Markt auf

Mit einem neuen Budget-Service will die US-Firma Uber in Zürich Kunden bis zu 40 Prozent günstiger transportieren als herkömmliche Taxis. Die Branche bleibt vorerst gelassen.

von
T. Bolzern

Rund 1700 Taxis gibt es in der Stadt Zürich - der Wettbewerb ist hart, Fahrer kämpfen mit Zukunftssorgen. Jetzt ist ein neuer Mitspieler auf dem Markt aufgetaucht. Die US-Firma Uber bietet seit knapp einem Jahr in Zürich bereits einen Limousinen-Service an. Am Donnerstagabend wurde nun der neue Budget-Service namens UberX lanciert. Wie viele Autos dafür in Zürich unterwegs sind, will Uber nicht verraten. Es sei aber eine «beachtliche Anzahl», heisst es auf Anfrage.

Die Firma sieht das als «eine neue kostengünstige Alternative zu den heutigen Möglichkeiten, sich in einer Stadt fortzubewegen», wie sie in ihrer Medienmitteilung schreibt. «Der neue Dienst ist für den täglichen Gebrauch gedacht und rund 30 bis 40 Prozent günstiger als ein Taxi», verspricht Rasoul Jalali, General Manager von Uber Zürich.

Kurze Standzeit dank App

Die günstigen Preise werden möglich durch die Technologie: «Normale Taxis verbringen viel Zeit auf einem Standplatz und warten auf Fahrgäste. Wir generieren eine neue Nachfrage und vermitteln die Fahrer und den Gast über die App - damit ist es möglich, die Wartezeiten sehr kurz zu halten», so Jalali. Laut Angaben des Zürcher Taxiverbandes vergehen gewöhnlich 30 bis 45 Minuten zwischen zwei Fahrten eines Taxifahrers.

Uber ist ein Technologie-Unternehmen und hat somit keine angestellten Fahrer und auch keine eigenen Autos: Deshalb arbeitet die Firma aus San Francisco in Zürich mit lokalen Partnern zusammen. «Das sind entweder einzelne Fahrer, also Selbstständige oder Kleinunternehmen mit einem vorhandenen Fuhrpark und mehreren Fahrern», so Jalali. Für die Vermittlung via App bekommt Uber 20 Prozent Kommission auf den effektiven Fahrpreis.

Taxiverband sieht noch keine Gefahr

Laut Liz Spengler, Delegierte der Taxikomission, ist der UberX-Dienst in Zürich legal, «sofern alle Fahrer über entsprechende Bewilligungen und Fahrtenschreiber verfügen». Sie schätzt die Gefahr für die Branche dennoch relativ klein ein: «Es wird sich zeigen, wie viele Fahrer bereit sind, bei Uber mitzumachen und so günstig zu fahren - viele Fahrer sind jetzt schon an der Existenzgrenze», so Spengler. Die Uber-App sei quasi einfach eine Zentrale mehr auf dem Platz Zürich, die Fahraufträge vergibt - hier gehe es nur um die Verteilung der Bestellungen. Man werde die Entwicklung von Uber aber beobachten.

Uber-Fahrer müssen Test absolvieren

Laut Jalali sind in Zürich alle Fahrer lizenziert und haben alle nötigen Bewilligungen, die sie als professionelle Fahrer brauchen. «Alle Autos haben einen Fahrtenschreiber und sind zugelassen für den beruflichen Personenverkehr», so der General Manager. Vor der Zulassung als Uber-Fahrer würden zudem alle Anwärter geprüft: «Wir schauen, wie seine Sprachkenntnisse sind, prüfen Umgangsformen und die Kenntnisse der Stadt Zürich», so Jalali. Mit den Bewertungen innerhalb der App, die jeweils nach der Fahrt abgegeben werden können, sei zudem eine kontinuierliche Qualitätssicherung gewährleistet. Das Rating funktioniert auch auf die andere Seite - denn die Fahrer bewerten auch die Fahrgäste.

Rasantes Wachstum

Mit der Entwicklung von Uber in Zürich ist Jalali zufrieden: «Wir haben innerhalb von einem Jahr ein rasantes Wachstum verzeichnet und ziehen eine extrem positive Bilanz», sagt er. Konkrete Zahlen nennt Uber nicht, doch «jede Zahl, die wir heute verzeichnen, wird in mindestens zwei Wochen überschritten», so der General Manager. Darum soll das Angebot in der Schweiz auch weiter ausgebaut werden: Neue Städte und weitere Dienste sollen folgen.

Milliarden für Uber

Investoren glauben an eine grosse Zukunft für Apps wie Uber, Lyft und Co. Erst Anfang Juni sammelte Uber bei einer Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden Dollar neues Wagniskapital ein und ist damit laut Bloomberg schon 17 Milliarden Dollar wert. Das ist mehr als fünfmal höher als noch vor einem Jahr. Uber ist in 128 Städten weltweit vertreten, 20 davon in Europa u. a. in Manchester, Lyon und Zürich. (cls)

Rasoul Jalali, General Manager Uber Zürich.

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