Limousinenservice: US-Firma sagt Zürcher Taxis den Kampf an

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LimousinenserviceUS-Firma sagt Zürcher Taxis den Kampf an

Mit Uber will ein weiterer internationaler Limousinenservice den Zürcher Taximarkt aufmischen. Beim Taxiverband Zürich ist man überhaupt nicht erfreut.

von
wed
Ryan Graves, Head of Global Operations bei Uber, will den Zürcher Taximarkt aufmischen.

Ryan Graves, Head of Global Operations bei Uber, will den Zürcher Taximarkt aufmischen.

Teure Limousinen und Chauffeure in Anzügen, die jede Strasse von Zürich kennen – dank der Firma «Uber» soll das ab Freitag nicht mehr nur Topmanagern und Politikern vorbehalten sein. Das Konzept ist einfach: Der Kunde bestellt sich via Uber-App eine Limousine und der Fahrpreis wird gleich der Kreditkarte belastet. «Wir werden in der Innenstadt weniger als fünf Prozent über den Preisen der lokalen Taxis liegen», verspricht Ryan Graves, Head of Global Operations bei Uber. Man arbeite mit lokalen Partnern zusammen und auch gewisse Taxifahrer könnten sich anschliessen. «Damit die Qualität gewährleistet ist, werden aber alle Fahrer und Fahrzeuge strengstens geprüft», so Graves. Ziel sei es, innerhalb von fünf Minuten beim Kunden zu sein. Laut Graves, der gemäss eigener Aussage auch gerne mal mit dem ÖV in seinem Wohnort San Francisco unterwegs ist, sei das Feedback der Testphase ausgezeichnet.

Zürcher Taxiverband ist nicht erfreut

Beim Zürcher Taxiverband ist man überhaupt nicht erfreut über die neue Konkurrenz: «Wir haben bereits sehr viele Taxibetreiber, die auch Limousinen anbieten und brauchen nicht Amerikaner hierfür», sagt Präsidentin Marianne Ben Salah. Man werde sich falls nötig wehren, womit sei noch unklar. Trotzdem bleibt sie gelassen: «Im Januar wurde der deutsche Anbieter BlackLane als grosse Konkurrenz angekündigt – mittlerweile hört man schon nichts mehr von ihnen», so Ben Salah.

«Uber und BlackLane können nebeneinander funktionieren»

Dies dementiert Frank Steuer, Sprecher von BlackLane: «Die ersten Monate in Zürich sind sehr erfolgreich verlaufen und die Nachfrage wächst kontinuierlich sehr stark.» Den neuen Konkurrenten aus Übersee kenne man zudem bereits aus Berlin. «Wir sind auf lange Strecken spezialisiert, die unsere Kunden im Voraus buchen, im Gegensatz zu Uber, die lokalen Kurzstrecken-Taxis konkurrenzieren», so Steuer. Beide könnten daher gut nebeneinander leben. «Ich kann mir gar vorstellen, dass unser Kunde vom Flughafen in die City zum Geschäftstermin mit Blacklane fährt und dann am Abend Uber für den Weg vom Restaurant in die Discothek benutzt», sagt Steuer.

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