Labor-These im Vordergrund - US-Geheimdienst lässt Zweifel an Corona-Ursprung offen
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Labor-These im VordergrundUS-Geheimdienst lässt Zweifel an Corona-Ursprung offen

Präsident Biden hatte sich von einem neuen Bericht Klarheit erwartet. Die sogenannte Labor-These steht weiterhin im Raum.

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Noch immer ist unklar, ob das Coronavirus tatsächlich von Tieren, wie beispielsweise Fledermäusen, auf Menschen übertragen wurde.

Noch immer ist unklar, ob das Coronavirus tatsächlich von Tieren, wie beispielsweise Fledermäusen, auf Menschen übertragen wurde.

imago images/ZUMA Wire
Die Theorie, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entsprungen sei, steht  weiterhin immer im Raum.

Die Theorie, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entsprungen sei, steht weiterhin immer im Raum.

REUTERS
US-Präsident Joe Biden hatte von seinen Geheimdiensten eine Antwort erwartet.

US-Präsident Joe Biden hatte von seinen Geheimdiensten eine Antwort erwartet.

AFP

Darum gehts

  • Die US-Geheimdienste haben dem Präsidenten einen neuen Bericht zu den Ursprüngen des Coronavirus vorgelegt.

  • Darin können sie immer noch nicht abschliessend sagen, ob das Virus von Tieren auf Menschen gesprungen ist oder aus einem Labor stammt.

  • Ohne eine Beteiligung Chinas dürfte eine abschliessende Untersuchung für lange Zeit unmöglich bleiben.

Ein von US-Präsident Joe Biden angeforderter Geheimdienstbericht zum Ursprung des Coronavirus hat Medienberichten zufolge keine eindeutigen Ergebnisse gebracht. Die vor drei Monaten in Auftrag gegebene Untersuchung habe nicht abschliessend herausfinden können, ob das zuerst in China festgestellte Virus durch Tiere auf den Menschen übertragen wurde oder aus einem Labor stammen könnte, berichtete die «Washington Post» am Dienstag.

Teile des bisher geheimen Berichts, der am Dienstag dem Weissen Haus vorgelegt wurde, könnten der «Washington Post» zufolge in den kommenden Tagen freigegeben werden. Die Zeitung berief sich dabei auf zwei mit dem Fall vertraute US-Beamte. Die nicht eindeutigen Ergebnisse seien unter anderem auf fehlende Informationen aus China zurückzuführen, berichtete das «Wall Street Journal». «Wenn China keinen Zugang zu bestimmten Datensätzen gewährt, wird man nie wirklich etwas erfahren», sagte ein nicht namentlich genannter US-Beamter der Zeitung.

WHO hält Labor-Theorie bislang für «extrem unwahrscheinlich»

Die Pandemie, der mittlerweile mehr als vier Millionen Menschen weltweit zum Opfer gefallen sind, hatte Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan ihren Ausgang genommen. Schon bald war darüber spekuliert worden, dass das Virus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan entwichen sein könnte, in dem an Coronaviren geforscht wird. Die chinesische Regierung bestreitet dies energisch.

Erst in diesem Januar hatte ein Team internationaler Experten im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Wuhan besuchen können – mehr als ein Jahr nach Entdeckung des Virus. Ihr Bericht wurde Ende März veröffentlicht, lieferte aber keine klaren Ergebnisse. Die sogenannte Labor-Theorie stuften die WHO-Experten damals als «extrem unwahrscheinlich» ein.

Weitere Nachforschungen angemahnt

An der Untersuchung und dem Bericht wurden aber schnell Zweifel laut. Viele Länder äusserten ihre Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu wichtigen Daten verwehrt worden sei. Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus räumte ein, dass die erste Untersuchung nicht weit genug gegangen sei, und mahnte weitere Nachforschungen an.

Biden wies daraufhin im Mai die US-Geheimdienste an, ihm binnen 90 Tagen einen Bericht zu der Frage vorzulegen, ob der Ausbruch der Pandemie auf eine Übertragung des Virus von Tieren auf den Menschen zurückgehe oder auf einen Laborunfall. Bei den US-Geheimdiensten herrsche Uneinigkeit in der Frage, welches Szenario wahrscheinlicher sei, hatte Biden damals gesagt.

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(AFP/pme)

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