Los Angeles – Gericht entzieht Vater von Britney Spears Vormundschaft
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Los AngelesGericht entzieht Vater von Britney Spears Vormundschaft

Ein Gericht in den USA hat zu Gunsten von Britney Spears entschieden und ihren Vater Jamie als Vormund abgesetzt.

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Ihr Vater ist mit sofortiger Wirkung als Vormund abgesetzt: Britney Spears. (Archivbild)

Ihr Vater ist mit sofortiger Wirkung als Vormund abgesetzt: Britney Spears. (Archivbild)

AFP/Valerie Macon
Spears bekommt vorübergehend einen neuen Vormund. (Archivbild)

Spears bekommt vorübergehend einen neuen Vormund. (Archivbild)

AFP/Valerie Macon
Britney Spears wurde mit Hits wie «Baby One More Time», «Oops! ... I Did It Again» und «Toxic» bekannt.

Britney Spears wurde mit Hits wie «Baby One More Time», «Oops! ... I Did It Again» und «Toxic» bekannt.

AFP/Miguel Riopa

Darum gehts

  • Im Jahr 2008 wurde Britney Spears wegen psychischer Probleme vorübergehend in eine Klinik eingewiesen.

  • Ihr Vater Jamie Spears hat daraufhin die Vormundschaft übernommen.

  • Nun hat ihn ein Gericht in Los Angeles mit sofortiger Wirkung abgesetzt.

Die US-Popsängerin Britney Spears hat im Vormundschaftsstreit mit ihrem Vater einen wichtigen juristischen Erfolg erzielt. Ein Gericht in Los Angeles setzte am Mittwoch Spears’ Vater Jamie mit sofortiger Wirkung als Vormund ab. Dies sei «im besten Interesse» der Sängerin, begründete Richterin Brenda Penny die Entscheidung. Als vorübergehenden Vormund über Spears’ Finanzen setzte sie den Buchhalter John Zabel ein.

Penny bezeichnete die bisherige Vormundschaftsregelung im Fall Spears als «unhaltbar». Jamie Spears müsse «alle Vermögenswerte» im Zusammenhang mit seiner Rolle als Vormund seiner Tochter abgeben.

Zuvor hatte der Anwalt der Popsängerin, Mathew Rosengart, in einem emotionalen Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung seiner Mandantin geworben. Jamie Spears sei ein «grausamer, toxischer und missbräuchlicher Mann», sagte Rosengart. «Britney verdient es, morgens aufzuwachen, ohne dass ihr Vater ihr Vormund ist. Dies ist, was meine Klientin will, was meine Klientin braucht und was meine Klientin verdient.»

Weiterer Gerichtstermin vor Jahresende

Die Vormundschaftsregelung selbst bleibt zunächst bestehen. Spears’ Anwälte beantragten einen weiteren Gerichtstermin in spätestens 45 Tagen, bei dem über die vollständige Aufhebung aller Auflagen entschieden werden soll. Laut dem Urteil der Richterin könnte der vorübergehende Vormund Zabel bis Ende des Jahres in dieser Funktion bleiben.

Spears’ Verlobter Sam Asghari bejubelte die Gerichtsentscheidung im Online-Dienst Instagram. «Free Britney!", schrieb Asghari. Dazu veröffentlichte er ein Foto, das ihn offenbar dabei zeigt, wie er der 39-jährigen Sängerin eine Rose überreicht.

«Free Britney» (Befreit Britney) ist ein Slogan, der in dem Vormundschaftsstreit um Britney Spears von vielen Unterstützern und Unterstützerinnen der Sängerin verwendet wird. Auch vor der Gerichtsanhörung am Mittwoch standen Dutzende Fans der Sängerin vor dem Gerichtsgebäude, die «Free Britney»-Plakate in die Höhe hielten. Einige zeigten auch Schilder, auf denen die Worte «Jail Jamie» (Verhaftet Jamie) standen.

2008 in Klinik eingewiesen

Die Sängerin von Hits wie «Baby One More Time», «Oops! ... I Did It Again» und «Toxic» war 2008 wegen psychischer Probleme vorübergehend in eine Klinik zwangseingewiesen worden. Der Vater übernahm daraufhin die Vormundschaft über seine Tochter und damit neben der Verwaltung ihrer persönlichen Belange auch die Kontrolle über ihr Vermögen. Zuletzt war er nur noch für finanzielle Angelegenheiten zuständig.

Im August war es Spears gelungen, mit Rosengart einen eigenen Anwalt zu beauftragen. Jamie Spears beantragte daraufhin ein Ende der gerichtlichen Vormundschaft über seine Tochter. Vorwürfe, wonach er seine Tochter ausgenutzt habe, wies er zurück.

Die Vormundschaft sorgte im Laufe der Jahre für immer mehr Schlagzeilen. Britney Spears klagte im Juni in einer hochemotionalen Stellungnahme vor Gericht, sie sei «traumatisiert» und «deprimiert»: «Ich will nur mein Leben zurück.»

Vater soll Spears mit Kameras überwacht haben

Mit dem Fall Britney Spears hatten sich zuletzt mehrere Dokumentationen befasst. Laut einer am vergangenen Freitag von der «New York Times» veröffentlichten Dokumentation soll Jamie Spears heimlich Überwachungsgeräte im Schlafzimmer seiner Tochter angebracht haben, um ihre Gespräche aufzuzeichnen.

Am Dienstag erschien mit «Britney vs. Spears» eine weitere Dokumentation auf dem Streamingdienst Netflix, in der es heisst, dass die Sängerin zu Beginn der Vormundschaft zwei Mal versucht habe, einen eigenen Anwalt zu beauftragen. Dies sei ihr aber verwehrt worden.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Depression?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(AFP/chk)

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