Aktualisiert 27.10.2009 18:41

AltendorfUS-Geschäftsmann angefahren

Eine Hausfrau aus Altendorf hat auf einem Fussgängerstreifen ausgerechnet einen reichen amerikanischen Geschäftsmann angefahren. Da die Mutter am Dienstag vor Gericht vergeblich ihre Unschuld beteuert hat, wird es für sie teuer.

von
Attila Szenogrady

Der Unfall vom 15. April 2008 war vor Gericht grundsätzlich nicht mehr bestritten. Damals fuhr eine heute 41-jährige Hausfrau aus Altendorf mit einem gemieteten Personenwagen am Vormittag nach Zürich. Um 11 Uhr lenkte sie das Fahrzeug durch die St. Annagasse vor dem Kaufhaus Jelmoli. Offenbar war die Dame durch den städtischen Verkehr überfordert. So übersah sie einen Passanten, der gerade einen Fussgängerstreifen überquerte.

US-Kaufmann erheblich verletzt

Die Angeklagte bremste zu spät und prallte in den heute 69-jährigen Geschädigten hinein. Der amerikanische Geschäftsmann stürzte zu Boden und erlitt erhebliche Verletzungen. Nicht nur einen Bruch des Wadenbeins, sondern auch Blutergüsse an der Stirne sowie – gemäss späteren Angaben - schwere Zahnschäden.

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland leitete eine Strafuntersuchung gegen die Lenkerin ein und erhob im letzten September Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Strafantrag lautete auf 20 Tagessätze zu 170 Franken sowie 1000 Franken Busse.

Unschuld beteuert

Am Dienstag kämpfte die gebürtige Araberin vor dem Bezirksgericht Zürich um einen Freispruch. Vor allem da sie sich im Falle eines Schuldspruchs vor den finanziellen Nebenfolgen fürchtete. Nicht zu Unrecht, da der Kaufmann aus Kalifornien einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat. Wobei dieser die Angeschuldigte vor den Schranken tatsächlich mit diversen Forderungen eindeckte. Alleine für die beschädigten Zähne verlangte der Senior rund 6 000 US Dollar. Insgesamt bezifferten sich die Anliegen auf mehrere 10 000 Franken.

Der Verteidiger aus Pfäffikon (Sz) bezeichnete seine Klientin als unschuldig, da der Amerikaner den Zebrastreifen völlig überraschend betreten habe und damit auf die Strasse gerannt sei.

Sie hätten anhalten müssen

Das Gericht kam zu einem Schuldspruch und setzte neben einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 200 Franken eine Busse von 500 Franken fest. Dabei hatte es sich die zuständige Einzelrichterin alles andere als leicht gemacht. So stützte sie sich auf komplizierte Berechnungen zum Unfallhergang ab. Mit dem Ergebnis, dass der Geschädigte

aufgrund des Spurenbildes schon vier Sekunden vor dem Aufprall den Streifen betreten hatte. Infolge des Vortrittrechts des Passanten, hätte die Angeklagte anhalten müssen, zeigte sich die Richterin überzeugt.

Es wird teuer

Wegen des Schuldspruchs wurde die Angeklagte verpflichtet, der Gegenseite Schadenersatz zu leisten. Nicht nur für die Spitalkosten von über 2 700 Franken, sondern auch für weitere, noch nicht bezifferte Folgeschäden. Zudem soll sie die Gerichtsgebühr von 2 000 Franken bezahlen. Trotz dieses Urteils wird die dreifache Mutter kaum in die Armut absinken. So erzielt ihr arabischer Ehemann über 25 000 Franken im Monat.

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