Neue Fahndungsbilder: US-Justiz will nach 60 Jahren Rätsel um die Alcatraz-Ausbrecher knacken
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Neue FahndungsbilderUS-Justiz will nach 60 Jahren Rätsel um die Alcatraz-Ausbrecher knacken

Im Juni 1962 geschah das, was niemand für möglich gehalten hätte: Drei Sträflingen gelang die Flucht aus dem als ausbruchsicher geltenden US-Gefängnis Alcatraz bei San Francisco. 60 Jahre danach hat der U.S. Marshals Service neue Fahndungsfotos veröffentlicht.

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Das sind die Bilder der drei Gesuchten: Frank Morris damals …

Das sind die Bilder der drei Gesuchten: Frank Morris damals …

FBI
… und so wie er heute aussehen könnte.

… und so wie er heute aussehen könnte.

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John Anglin war 1962 zur Zeit des Ausbruchs 32 Jahre alt …

John Anglin war 1962 zur Zeit des Ausbruchs 32 Jahre alt …

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Darum gehts

Die Flucht von der berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco, die nur auf dem Seeweg möglich war, galt als unmöglich: Starke Strömungen und kaltes Wasser empfingen jeden, der es bis ausserhalb der Mauern des Hochsicherheitsgefängnisses schaffte. Von 1934 bis 1963 diente Alcatraz als eine der bekanntesten und berüchtigtsten Strafanstalten der USA. Dort sassen als besonders schwierig eingestufte Verbrecher ein, darunter Gangsterboss Al Capone oder «Machine Gun» Kelly.

Dennoch versuchten Insassen immer wieder, den bedrückenden Mauern zu entkommen. In den 29 Jahren seines Bestehens gab es 14 Fluchtversuche durch insgesamt 34 Sträflinge. 25 von ihnen wurden lebend gefasst, sechs wurden während der Flucht erschossen. 

Drei Insassen gelang die spektakuläre Flucht

Doch am 11. Juni 1962 gelang es den Insassen Frank Morris und den Brüdern John und Clarence Anglin, über ein Gitter in einen Lüftungsschacht zu gelangen. Das Gitter hatten sie mit Essbestecken aus dem feuchten Mörtel herausgekratzt. Über den Schacht gelangten sie auf das Dach des Zellenblocks und von dort aus über die Felsen ins Meer. Danach setzten sie sich mit einem Schlauchboot ab, das sie aus Regenmänteln und Klebstoff gebastelt hatten. Reste davon wurden später von einem Fischer gefunden. Danach verliert sich die Spur der Ausbrecher. Eine Untersuchung des FBI kam 1979 zum Schluss, dass die drei wohl ertranken.

Dennoch hielten sich hartnäckig Gerüchte, dass es Morris und die Anglin-Brüder lebend geschafft hatten. Ihre Flucht hatten sie über ein Jahr vorbereitet. 2013 erhielt die Polizei von San Francisco einen Brief, der angeblich von John Anglin verfasst wurde und in dem er schrieb, die Flucht sei erfolgreich gewesen. Zwei Jahre später tauchte dann eine Fotografie auf, die John und Clarence Anglin in Brasilien zeigen soll. Eine spätere Analyse des Bildes mit Hilfe von Gesichtserkennungsverfahren stützt die Behauptung, dass es sich bei den Männern um das Brüderpaar handelt.

Auch im Film «Flucht von Alcatraz» mit Clint Eastwood aus dem Jahr 1979 schafft es Morris alias Eastwood mit seinen Kumpanen lebend übers Wasser. Der Film verschaffte dem «unmöglichen» Ausbruch endgültig weltweite Bekanntheit.

Justiz hat die Hoffung noch nicht aufgegeben

Nun beweist der U.S. Marshals Service, dass die US-Justiz den Fall auch nach 60 Jahren noch immer nicht ganz zu den Akten legen will. Spezialisten haben für die Rubrik «California’s Most Wanted Fugitives» Bilder der drei Ausbrecher veröffentlicht, auf denen diese künstlich gealtert wurden. Ob dies aufgrund neuer Erkenntnisse geschah, ist unklar. Die «Daily Mail» zitiert aus einem Communiqué des Marshals Service: «Die andauernde Ermittlung des Ausbruchs aus Alcatraz von 1962 soll eine Warnung an Ausbrecher sein: Unabhängig von der Zeit, die vergangen ist, werden wir weiter nach euch suchen und euch vor Gericht bringen.»

Ob das auch in diesem Fall gelingen wird, ist allerdings mehr als fraglich: Morris, der angebliche Kopf hinter dem Ausbruch, wäre heute 96 Jahre alt, während Clarence 91 und sein Bruder John 92 Jahre alt wären. 

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(TRX)

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