Aktualisiert 11.05.2017 11:09

Umstrittene EventsUS-Justiz zwingt Novartis zu Daten-Herausgabe

Hat der Basler Pharmariese Novartis US-Ärzte bestochen? Der Konzern muss den US-Behörden Dokumente zu 80'000 Ärzte-Events liefern.

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sas/sda
Novartis bestreitet die im Verfahren erhobenen Vorwürfe. (Im Bild: CEO Joe Jimenez.)

Novartis bestreitet die im Verfahren erhobenen Vorwürfe. (Im Bild: CEO Joe Jimenez.)

Keystone/Patrik Straub

Es geht um Ärzte-Einladungen in Nobelrestaurants, an Partys oder zu Fischerei-Ausflügen. Dem Schweizer Pharmariesen Novartis wird von der US-Justiz vorgeworfen, bei Ärzte-Events in den USA gar grosszügig gewesen zu sein. Nun muss der Konzern der US-Justiz im Zusammenhang mit einem Verfahren Dokumente zu fast 80'000 Ärzte-Events liefern. Das hat ein New Yorker Richter entschieden, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe berichtet.

Damit kommt Schwung in ein seit 2011 laufendes Verfahren der New Yorker Staatsanwaltschaft. Es geht um sogenannte Speaker Events, das heisst Veranstaltungen, bei denen Ärzte im Auftrag der Industrie vor Berufskollegen und anderem Gesundheitspersonal über bestimmte Medikamente referieren.

Bei den zwischen 2002 und 2011 zur Diskussion stehenden Veranstaltungen handle es sich nicht um Informationsveranstaltungen, sondern um Promotionsevents. Viele der Events hätten an Orten stattgefunden, «die einem edukativen Ziel wenig förderlich waren». Die Rede ist von «unnötig exzessiv teurem» Essen in Nobelrestaurants in Washington D.C. oder Des Moines, Iowa, Fishing-Trips in Alaska und Tallahassee und Partys.

Novartis bestreitet die Vorwürfe

Mit dem Entscheid des New Yorker Richters Paul Gardephe vom 28. März wird die US-Tochter Novartis Pharmaceutical Corporation verpflichtet, Dokumente wie Powerpoint-Präsentationen, Angaben zu Redner-Honoraren und interne Berichte zu 79'236 Veranstaltungen zu liefern. Hingegen scheiterte die Staatsanwaltschaft mit ihrer Forderung, die Zahl der «Sales Reps» (Verkaufsrepräsentanten), deren Daten herausgegeben werden müssen, von 150 auf 363 zu erhöhen.

Novartis-CEO Jimenez macht Ausblick aufs 2017

Novartis bestreitet die in dem Verfahren erhobenen Vorwürfe. Man sei «mit der Art und Weise, wie die Regierung das Vorgehen in dieser Angelegenheit charakterisiert hat», nicht einverstanden, schreibt das Unternehmen auf Anfrage.

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