US-Knast: Live-Übertragung im Internet wurde abgeschaltet
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US-Knast: Live-Übertragung im Internet wurde abgeschaltet

In einem Gefängnis im US-Bundesstaat Tennessee wurde nach fast sechs Jahren die Live-Übertragung des Knast-Lebens im Internet abgeschaltet.

In den vergangenen Wochen seien verstärkt Sicherheitslücken und Belästigungen des Personals aufgetreten, sagte Paul White, Sheriff des Bezirkes Anderson nahe Knoxville, auf Anfrage. «Die Sicherheitslage in unserem Gefängnis hat sich verschlimmert.»

Die Zeitung «The Tennessean» hatte zuvor vom Missbrauch der Internetkamera durch Zuschauer berichtet. Nutzer hätten den Zeitablauf im Gefängnis notiert und auf diese Weise Gegenstände in das Gefängnis geschmuggelt. Besucher der Internetseite hätten nach der Live-Übertragung ausserdem Gefängniswärterinnen am Telefon belästigt.

Fast neun Millionen Internetbesucher haben nach Angaben des Sheriffs die Seite angeklickt. Die Internetkamera war an der Gefängniswache installiert. Sie zeigte mit exakter Zeitangabe, wann Angestellte und Inhaftierte an der Wache vorbeilaufen. Auf der Website wurde vor kriminellen Vorgängen und sexuellem Fehlverhalten von Häftlingen gewarnt. «Dies ist ein Gefängnis, keine Simulation», hiess es.

Sheriff White bedauerte die Abschaltung, weil die übertragenen Bilder nach seinen Worten eine «gute PR-Geschichte» zur Abschreckung vor dem Leben hinter den Gefängnismauern waren.

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