Aktualisiert 21.01.2016 16:27

«Doomsday Plane»

US-Kommando-Zentrale in Zürich gelandet

Heute Mittag ist am Flughafen Zürich ein seltenes Flugzeug gelandet: eine fliegende Kommandozentrale der US-Luftwaffe. Darin sass wohl der US-Verteidigungsminister.

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gbr/num/jcg

Überraschung am Zürcher Flughafen Kloten heute Mittag um 13.30 Uhr: Eine umgebaute Boeing 747-200 E4 der US-Luftwaffe ist gelandet – zum wohl ersten Mal in der Schweiz.

Wer nun auf den Besuch des US-Präsidenten hoffte, wurde enttäuscht: Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats sagt gegenüber 20 Minuten: «Wir können keine Reise des Präsidenten in die Schweiz ankündigen.»

Verteidigungsminister Ashton Carter an Bord

Laut «Tages-Anzeiger» erteilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) dem Flugzeug eine «diplomatic clearance». Diese wird veranlasst, wenn Staatsoberhäupter mit Staatsmaschinen einreisen. An Bord war wohl der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter gewesen – er steht auch auf der Gästeliste des WEF.

Die USA besitzen vier dieser sogenannten «Doomsday Planes» («Flugzeuge des Jüngsten Gerichts»). Es sind fliegende Kommandozentralen, vollgestopft mit allen erdenklichen Kommunikationstechnologien. So können sie im Ernstfall mit jedem Punkt auf dem Globus in Kontakt bleiben und die dortigen Verbände befehligen.

Modifizierte Jumbos

Dabei handelt es sich um modifizierte Jumbos vom Typ B747-200, die offiziell als «National Airborne Operations Center» («Nationale Lufteinsatzzentrale») bezeichnet werden. Sie sollen den Verteidigungsminister, die Generalstabschefs und hochrangige Militärs im Angriffs- oder Katastrophenfall aufnehmen, damit diese die Streitkräfte aus der Luft weiter befehligen können.

Sollten die E-4B ausfallen, können die E-6B Mercury der US-Marine einspringen. Von den auf der Boeing 707 basierenden Flugzeugen kann im Falle eines nuklearen Konflikts ebenfalls die Atom-U-Boot-Flotte geführt werden.

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