UBS-Rekordverlust: US-Konzerne verloren bereits ein Mehrfaches
Aktualisiert

UBS-RekordverlustUS-Konzerne verloren bereits ein Mehrfaches

Die 20-Milliarden- Franken-Ohrfeige der UBS ist der grösste Jahresverlust in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Weltweit gesehen ist das aber noch gar nichts: Unangefochtener Rekordhalter ist AOL Time Warner.

von
Sandro Spaeth

An der heutigen Jahresmedienkonferenz in Zürich informierte die Grossbank UBS über einen Reinverlust von rund 19,7 Milliarden Franken im Jahr 2008. Der grösste Jahresverlust in der weltweiten Wirtschaftsgeschichte war jedoch noch sechs Mal grösser: Im Jahr 2002 schrieb der Medienkonzern AOL Time Warner einen Verlust von 98,7 Milliarden Dollar, was zum heutigen Kurs rund 120 Milliarden Franken entspricht. Der grösste Teil des Minus war auf Firmenwert-Abschreibungen und den zu hohen Kaufpreis für Time Warner zurückzuführen.

Drei Mal höher als UBS

Die UBS mit einer grossen roten Zahl zu überbieten, schaffte im Geschäftsjahr 2000/2001 auch der Anbieter für optische Fasern im Telekom-Bereich JDS Uniphase. Mit einem Verlust von 50,6 Milliarden Dollar (rund 60 Milliarden Franken) fiel das Defizit etwa drei Mal höher als bei der UBS aus.

36 Milliarden für RBS

Im Bankensektor erwischte es im vergangenen Jahr die Royal Bank of Scotland (RBS) schlimmer als die UBS. Mit einem Minus von 20 Milliarden Pfund (zurzeit rund 36 Milliarden Franken) schrieb auch das schottische Finanzinstitut einen traurigen Rekord in der britischen Wirtschaftsgeschichte. Lediglich halb so gross wie der UBS-Verlust war das Defizit bei der ehemals grössten amerikanischen Bank Citigroup: Fürs vergangene Jahr resultierte ein Minus von 8,3 Milliarden Dollar (rund 10 Milliarden Franken).

Joe machts «besser»

Besser als die UBS machte es ein Schweizer in Deutschland. Joe Ackermanns Verlust bei der Deutschen Bank betrug lediglich 3,9 Milliarden Euro (rund 6 Milliarden Franken). Die Behauptung Ackermanns, seine Bank sei besser gegen die Krise gerüstet als andere, hat sich jedenfalls im Vergleich mit der UBS als zutreffend erwiesen.

Auf Zurich folgt UBS

Den traurigen Rekord im Schweizer Jahresverlust-Ranking hatte bis zum heutigen Tag Zurich Financial Services inne. 2002 betrug der Verlust des Finanz- und Versicherungsdienstleisters rund 4,8 Milliarden Franken.

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