Designerin wehrt sich: US-Kritik an Kindermodels zurückgewiesen
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Designerin wehrt sichUS-Kritik an Kindermodels zurückgewiesen

Sie designt Unterwäsche für Kinder. Jetzt steht Sophie Morin am Pranger: Kritiker werfen ihr wegen ihrer Werbefotos «Sexualisierung von Kindern» vor.

von
bbe

Das französische Wäschelabel «Jours après Lunes» verkauft Unterwäsche für vier- bis zwölfjährige Mädchen und Jugendliche. Auf der Homepage des Labels präsentieren Mädchen die Stücke, tragen Schmuck und teilweise extravagante Frisuren.

Die Bilder schockten Mode-Kritiker auf der ganzen Welt. So wirft der Fashion-Blog «fashionista.com» der Designerin folgendes vor: «Das ist Lingerie für Leute, die eigentlich noch gar keine Lingerie tragen dürften.» US-Mode-Kritikerin Marilisa Racco sagte zur «NY Daily News»: «Es ist unpassend, Kinder zu sexualisieren.»

Designerin Sophie Morin versteht den Wirbel um ihre Unterwäsche nicht. In einem offenen Brief an «Fashionista.com» schreibt sie: «Alles, was ich will, ist Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren für ihr Alter angemessene Stücke zu präsentieren. Andere, von Damenkollektionen inspirierte Linien sind oft zu vulgär.» Sie betont, dass in ihrer Kollektion kein einziges transparentes Stück vorkommt.

Designerin wehrt sich gegen Vorwürfe

Trotzdem wirken die Bilder, auf denen kleine Mädchen mit Schmuck und Frisuren-Türmen auf erwachsen getrimmt sind, befremdlich. Davon will Morin nichts wissen: «Die Kinder tragen weder Highheels noch Nagellack oder Lippenstift. Die Frisuren sind übertrieben, wie viele Kinderspiele. Ja, man sieht Beine und Bauch, wie an jedem Strand auch. Und sie tragen Ketten, wie es jedes Mädchen im Haus aus Spass auch tut», so Morin. Die Mädchen seien professionelle Models und keine «Lolitas», die Frauenklamotten ausprobierten.

Professionelle Models mit vier, Bustiers mit sechs? Ein bisschen früh. Für die Designerin zählt nur eins. «An meinen Sachen ist nichts Vulgäres. Das Vulgäre wird hineininterpretiert.» Die Mode sei von Kindermode inspiriert und zeige «viele Pünktchen».

Nichts Anstössiges an den Fotos

Sophie Morin geriet mit ihren Sachen – ob zu Recht oder nicht, sei dahingestellt – an einem Shooting für die französische «Vogue» ins Kreuzfeuer der Kritik. In einer Vogue-Strecke präsentierte die zehnjährige Tochter von Veronika Loubry Mode von Tom Ford – in Stöckelschuhen, stark geschminkt und aufreizender Pose. «Eine schlechte Person in den USA macht jetzt meine Tochter runter», verteidigte sich die Mutter. An den Fotos findet sie nichts Anstössiges. Dass ihre Kleine schon sehr früh wie eine Erwachsene posiert, stört sie nicht. Auch die Kritik an «Jours après Lunes» kommt vor allem aus den USA. Morins Unterwäsche gibt es dort allerdings nirgends zu kaufen.

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