Enthüllungsplattform: US-Liste mit Terrorzielen veröffentlicht
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EnthüllungsplattformUS-Liste mit Terrorzielen veröffentlicht

Neue Dokumente von Wikileaks beschreiben wichtige Infrastrukturen, die vor Terrorattacken beschützt werden sollten. Und: Wikileaks.ch wird immer wichtiger.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat eine geheime Liste von wichtigen Infrastrukturen veröffentlicht, die aus Sicht der USA vor Terrorangriffen geschützt werden müssen. Angriffe auf die in der Liste aufgeführten Orte oder Infrastrukturen würden die Sicherheit der USA aus Sicht des US- Aussenministeriums «in besonderem Masse» gefährden, heisst es in einer entsprechenden Depesche.

In einer Mitteilung des US-Aussenministeriums vom Februar 2009 werden die US-Botschaften weltweit aufgefordert, Orte oder Infrastrukturen zu benennen, «deren Verlust entscheidende Folgen für die öffentliche Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und/oder die nationale und innere Sicherheit der USA bedeuten würde».

«Assange sollte ermordet werden»

Die Liste enthält etwa Unterwasserkabel, Kommunikationseinrichtungen, Mineralreserven sowie strategisch wichtige Unternehmen in Ländern rund um den Globus.

Wikileaks nutzt zunehmend Schweizer Webseite

Nachdem mehrere Webbetreiber Wikileaks abgeschaltet haben, stellt die auf Enthüllungen spezialisierte Internetplattform ihre Informationen zunehmend über eine Schweizer Adresse ins Netz. Aus Unterstützerkreisen von Wikileaks hiess es am Sonntag zudem, der Gründer der Organisation, Julian Assange, erwäge einen Asylantrag in der Schweiz.

Assange selbst wurde in der spanischen Zeitung «El País» mit den Worten zitiert, er habe «Hunderte von Todesdrohungen» erhalten. Einige seien auch gegen seine Kinder und Anwälte gerichtet gewesen.

Die meisten Zugriffe auf die Wikileaks-Seite kamen am Sonntag über die wikileaks.ch, die von der Schweizer Piratenpartei kontrolliert wird. Die teilte mit, es griffen pro Sekunde rund 3000 Besucher auf die Wikileaks-Seite zu. Es würden zudem sogenannte Spiegel der Seite auf anderen Servern eingerichtet, so dass der Inhalt selbst dann im Internet bleibe, wenn die offizielle Wikileaks-Seite geschlossen werden sollte.

«Selbst wenn man den Server in Schweden abschaltet, ist es zu spät», sagte der Vizepräsident der Piratenpartei, Pascal Goor, der Nachrichtenagentur AP. «Es gibt jetzt Hunderte von Wikileaks-Spiegeln.» Goor sprach von einem Testfall für Zensur im Internet. «Können Regierungen etwas vom Netz nehmen? Ich denke nicht. Überall sind Kopien der Webseite.» (sda/dapd)

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