Aktualisiert 01.04.2020 16:32

Panik vor Coronavirus

US-Luftwaffe zieht in Bunker tief unter der Erde

Die US-Luftwaffe verlegt ihre Kommandozentrale in eine Anlage, die Erdbeben und Atomkriege überstehen soll. Ob das Militär dort auch vor winzigen Erregern sicher ist, ist unklar.

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Hochrangige Militärkommandanten sowie Nuklear- und Spezialeinheiten operieren seit Ende März 2020 aus dem unterirdischen Hochsicherheitskomplex Cheyenne Mountain in den Rocky Mountains.

Hochrangige Militärkommandanten sowie Nuklear- und Spezialeinheiten operieren seit Ende März 2020 aus dem unterirdischen Hochsicherheitskomplex Cheyenne Mountain in den Rocky Mountains.

US-Luftabwehrbehörde Norad
Die Luftabwehrbehörde Norad und die Militärbehörde Northcom haben für die Dauer der Corona-Krise in den USA ihre Kommandozentrale dorthin verlegt.

Die Luftabwehrbehörde Norad und die Militärbehörde Northcom haben für die Dauer der Corona-Krise in den USA ihre Kommandozentrale dorthin verlegt.

epa/jim lo Scalzo
Die Luftwaffe will damit sicherstellen, dass, im Falle einer plötzlichen Ausbreitung der Corona-Krise, genügend gesunde Truppen zur Verfügung stehen.

Die Luftwaffe will damit sicherstellen, dass, im Falle einer plötzlichen Ausbreitung der Corona-Krise, genügend gesunde Truppen zur Verfügung stehen.

epa/jim lo Scalzo

Die US-Luftwaffe zieht sich in einen 610 Meter tiefen Betonbunker zurück: Die Luftabwehrbehörde Norad und die Militärbehörde Northcom werden während der Corona-Krise in den USA ihre Kommandozentrale in den Cheyenne-Mountain-Bunker im US-Staat Colorado verlegen. Dort wollen sie bleiben bis die Pandemie vorbei ist, wie das Portal «The Drive» berichtet.

Hochrangige Militärkommandanten sowie Nuklear- und Spezialeinheiten operieren nun aus dem unterirdischen Hochsicherheitskomplex in den Rocky Mountains, um sicherzustellen, dass genügend gesunde Truppen zur Verfügung stehen.

Der Entscheid wurde getroffen, nachdem an Bord eines US-Flugzeugträgers mit rund 4000 Besatzungsmitgliedern rund 100 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden waren. Die Soldaten der «USS Theodore Roosevelt» wurden umgehend in eine Einrichtung der Streitkräfte auf der Pazifikinsel Guam ausgeflogen. Die Streitkräfte prüften am Dienstag eine Evakuierung der gesamten Besatzung.

Schutz vor Erdbeben und Atomkrieg – aber vor Viren?

Der Superbunker von Cheyenne Mountain ist legendär: Für dessen Bau zu Zeiten des Kalten Krieges wurden 700'000 Tonnen Granitgestein aus dem Berg geholt. Darin entstand eine Kleinstadt mit mehrstöckigen Gebäuden, einem Kraftwerk und einem Spital. Dazu gibt es noch ein Restaurant, ein Fitnesscenter und eine Sauna.

Geschützt wird der Bunker durch zwei 25 Tonnen schwere Stahltüren. Die Anlage soll Atomkriege, Erdbeben und Feuer überstehen. Ob dieser kolossale Schutz auch für winzige Viren gut ist, wird sich vielleicht bald zeigen.

Als ein Indiz für grosse Sorge beim US-Militär gesehen

In Krisenzeit soll der Bunker auch den US-Präsidenten beherbergen. Beim Attentat vom 11. September 2001 hatte sich das Pentagon überlegt, den damaligen Präsidenten George W. Bush dorthin zu bringen. Zuletzt wurde der Bunker im 2007 benutzt: US-Streitkräfte hatten russische Militärs eingeladen, um gemeinsam Wodka zu trinken.

Dass die Luftwaffe nun in den Cheyenne-Mountain-Bunker zieht, sei ein Hinweis dafür, wie besorgt das US-Militär wegen der Ausbreitung der Pandemie sei, so der Sender «CBS» - und auch dafür, wie wenig das Militär offenbar Trumps Krisenmanagement traue.

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