Aktualisiert

US-Marines versteckten nach Massaker von Haditha Beweise

In das mutmassliche Massaker im irakischen Haditha verwickelte US-Marines sollen gegen sie verwendbare Beweisstücke vernichtet oder versteckt haben.

Dies berichtete die «New York Times» am Freitag unter Berufung auf zwei ranghohe Pentagon-Mitarbeiter.

Demnach wurden aus dem Bordbuch der Einheit der mutmasslichen Täter jene Seiten entfernt, die die Ereignisse am Tag des Massakers am 19. November 2005 schilderten. Der Chef der verdächtigten Gruppe, Unteroffizier Frank Wuterich, habe kurz nach der Tat im Operationszentrum Dienst gehabt, wo die Aufzeichnungen aufbewahrt wurden.

Die «New York Times» berichtet zudem, dass ein von einer Drohne aufgenommenes, kompromittierendes Video erst auf Befehl der Nummer Zwei der US-Armee im Irak, General Peter Chiarelli, den Ermittlern der US-Armee überreicht worden sei.

Laut dem Bericht werden diese Angaben in einem internen Untersuchungsbericht von US-General Eldon Bargewell gemacht, der bisher nicht öffentlich gemacht wurde. Die Marineinfanteristen würden darin nicht offen der Beweisvernichtung beschuldigt, allerdings würden mehrere verdächtige Zwischenfälle aufgelistet.

Erstmals hatte das US-Nachrichtenmagazin «Time» im März den Vorwurf gegen die Marineinfanteristen aufgebracht, diese hätten in Haditha 260 Kilometer westlich von Bagdad aus Rache für den Tod eines Kameraden wahllos 24 Einwohner des Ortes erschossen und das Massaker zu vertuschen versucht.

Die US-Armee hatte zwei Untersuchungen eingeleitet: eine strafrechtliche und eine interne zu der Frage, ob die wahren Gründe für den Tod der 24 Iraker möglicherweise von den Verantwortlichen vertuscht werden sollten. Der zweiten Frage ging US-General Bargewell nach.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.