Aktualisiert 04.01.2016 09:57

Staat OregonUS-Milizionäre besetzen Regierungsgebäude

Aus Ärger über Haftstrafen für zwei Bauern haben militante Aktivisten die Verwaltung eines Naturschutzgebiets im US-Bundesstaat Oregon besetzt. Sie wollen jahrelang bleiben.

von
rsz

Auf dem Land im Westen der USA sieht mancher die Regierung äusserst kritisch. Selbsternannte Milizionäre besetzen jetzt aus Protest ein Gebäude in einem Naturschutzgebiet.

Mitglieder einer regierungskritischen Miliz haben im US-Staat Oregon die Verwaltung eines Naturschutzgebiets besetzt. Hintergrund ist der Protest gegen eine Haftstrafe für zwei Farmbesitzer wegen Brandstiftung. Die beiden Männer sollen die Strafe am Montag antreten.

Feuer, um Wildwuchs einzudämmen

Besetzer Ammon Bundy sagte der Lokalzeitung «The Oregonian», er, zwei seiner Brüder und Dutzende weitere Bürger wollten mit der Aktion am Malheur National Wildlife Refuge ihre Unterstützung für die beiden verurteilten Männer zeigen, den 73-jährigen Dwight Hammond und dessen 46-jährigen Sohn Steven Hammond. Die beiden haben nach eigenen Worten 2001 und 2006 Feuer gelegt, um den Wildwuchs eingeschleppter Pflanzen einzudämmen und ihr eigenes Gelände vor Buschbränden zu schützen.

Für die Brandstiftung wurden sei vor drei Jahren verurteilt. Der Vater verbüsste bereits eine Strafe von drei Monaten, der Sohn sass ein Jahr hinter Gittern. Doch entschied ein Richter später, dass die Strafen nach Bundesrecht zu kurz gewesen seien. Nach seinem neuen Urteil sollen die Brandstifter jeweils etwa vier Jahre in Haft. Das löste Proteste aus.

Radikales Vorgehen: «Es geht nicht um mich, sondern um Amerika.» (Video: Reuters)

Aufruf an «alle Patrioten»

Ammon Bundys Familie war bereits in Nevada an einem Konflikt mit der Regierung über Weiderechte beteiligt. Mit einigen selbsternannten Milizionären kam er im Dezember für die jetzige Protestaktion nach Oregon. In einer E-Mail an Unterstützer kritisierte er das Verfahren gegen die Hammonds und rief «alle Patrioten» auf, sich an Protesten zu beteiligen.

In einem über Facebook verbreiteten Interview sagte er am Samstagabend: «Ich habe den Eindruck, wir sind in einer Situation, wenn wir jetzt nicht harte Kante zeigen, dann werden wir in einer Position sein, wo wir das nicht mehr können.» Die am Samstag begonnene Besetzung des Verwaltungsgebäudes soll nach seinen Worten auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. «Wir planen, hier jahrelang zu bleiben, absolut», sagte er.

Regierungskritiker gründen Milizen

Die örtliche Polizei versucht hingegen nach eigenen Angaben, die Lage zu entschärfen und riet allen Bürgern, sich von dem Gebäude fernzuhalten. Sheriff Dave Ward vom Harney County mahnte die Menschen, friedlich zu bleiben, wie der «Oregonian» meldete.

In den USA gründen bisweilen Regierungskritiker, die eine zu grosse Rolle des Staats ablehnen, eigene Milizen. Einige von ihnen tragen Waffen. Gewalttätige Auseinandersetzungen sind allerdings selten. (rsz/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.