Präsidentschaftswahlen: US-Milliardäre geben Trump einen Korb
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PräsidentschaftswahlenUS-Milliardäre geben Trump einen Korb

Geldgeber aus dem konservativen Lager wollen Donald Trump finanziell nicht unter die Arme greifen. Ihr Fokus richtet sich auf den Senat.

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fal
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Eine politische Achterbahnfahrt: Der Parteitag der Republikaner in Cleveland war flankiert von absurden Zwischenfällen und Details. Trump kündigte in seiner Grundsatzrede an: «Wir können uns nicht mehr leisten, politisch korrekt zu sein.» (21. Juli 2016)

Eine politische Achterbahnfahrt: Der Parteitag der Republikaner in Cleveland war flankiert von absurden Zwischenfällen und Details. Trump kündigte in seiner Grundsatzrede an: «Wir können uns nicht mehr leisten, politisch korrekt zu sein.» (21. Juli 2016)

kein Anbieter/EPA/Michael Reynolds
«Bad news» nach dem Parteitag: Konservative Reiche untersagen Donald Trump die finanzielle Unterstützung. (29. Juli 2016)

«Bad news» nach dem Parteitag: Konservative Reiche untersagen Donald Trump die finanzielle Unterstützung. (29. Juli 2016)

Keystone/Brennan Linsley
Die Radiomoderatorin Laura Ingraham irritierte mit einer an einen Hitlergruss erinnernden Geste. (21. Juni 2016)

Die Radiomoderatorin Laura Ingraham irritierte mit einer an einen Hitlergruss erinnernden Geste. (21. Juni 2016)

kein Anbieter/Screenshot Youtube

Republikanische Geldgeber um die Milliardäre Charles und David Koch haben keine Lust, Donald Trump zu unterstützen. Bei einer Tagung ihres Netzwerks «Freedom Partners» am Wochenende in einem Luxushotel am Fuss der Rocky Mountains wurde am Sonntag der offizielle Kandidat ihrer Partei namentlich gar nicht erwähnt. Charles Koch sagte aber zum Auftakt, die politischen Führer gäben «furchterregende» Antworten auf Amerikas Herausforderungen.

Der General Counsel und Vizepräsident von Koch Industries, Mark Holden, wurde deutlicher: «Wir konzentrieren uns auf den Senat.» Keiner der Präsidentschaftskandidaten der grossen Parteien – also Donald Trump und Hillary Clinton – seien mit dem Koch-Netzwek «aus einer Perspektive der Werte, Überzeugungen und Politik» verbunden.

Exklusiver Kreis

Zu dem exklusiven Treffen durften nur jene kommen, die mindestens 100'000 Dollar für das Netzwerk spenden, das sich für Bildung und Institutionen engagiert, die sich für weniger Bürokratie und Regulierung einsetzen. Die beiden Grossindustriellen haben bisher nicht für Trump gespendet.

Dabei dürfte es nun auch bleiben. Koch kritisierte zu Beginn der Zusammenkunft die aktuelle politische Situation. «In manchenFällen haben wir nicht wirklich gute Optionen», sagte er in seinen Auftaktworten.

Charles und David Koch laden seit Jahren immer wieder zu solchen Treffen ein, die bisher fast ausschliesslich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. Diesmal ist eine kleine Zahl an Journalisten zugelassen, unter ihnen auch einer von der Nachrichtenagentur AP.

Einfluss auf die Politik

Neben konservativen Geldgebern werden zu dem dreitägigen Treffen auch mehrere republikanische Politiker erwartet, darunter drei Gouverneure und der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Bisher haben die Kochs ihre grossen Ressourcen im Wahlkampf vor allem darauf verwendet, republikanische Kandidaten für die Neuwahl des Senats zu unterstützen.

Das ambitionierte Netzwerk um die Koch-Brüder hat im vergangenen Jahrzehnt Hunderte Millionen Dollar gegeben, um Einfluss auf die Politik zu nehmen. Ihr Budget soll diesmal bei rund 750 Millionen Dollar (670 Millionen Euro) liegen. Im Jahr 2016 werde kein Cent ausgegeben, um dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten direkt zu helfen, sagte der Vizepräsident von Koch Industries, Mark Holden. Keiner der Kandidaten sei hinsichtlich ihrer Werte und Überzeugungen mit dem Koch-Netzwerk verbunden, sagte er.

Treffen ohne Trump

Andere Faktoren bei der Entscheidung seien «die Führung eines guten Wahlkampfes» und das Sprechen über Schlüsselthemen «auf einer positiven, produktiven Weise» gewesen, so Holden. «Darauf basierend fokussieren wir uns auf den Senat.» Holdens Angaben zufolge hat der Zusammenschluss bislang 42 Millionen Dollar (rund 37,6 Millionen Euro) für Fernseh- und Online-Werbung von republikanischen Senatskandidaten gegeben.

Trump oder Vertreter seines Wahlkampfteams nehmen nicht an dem Treffen teil – ob der Präsidentschaftskandidat eingeladen war, ist nicht bekannt. Trump twitterte jedoch am Samstag: «Ich habe ein Treffen mit Charles und David Koch abgelehnt. Viel besser für sie, sich mit den Marionetten der Politik zu treffen, die werden es besser machen!»

(fal/sda)

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