US Navy erklärt Fähre den Krieg
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US Navy erklärt Fähre den Krieg

Eine mit zwölf Passagieren besetzte Fähre geriet diese Woche in Schottland in ein NATO-Manöver. Der Kapitän wurde zu seinem Entsetzen von einem US-Kriegsschiff angefunkt, das ihm mit Beschuss drohte.

Ein Kapitän, der ungenannt bleiben möchte, schipperte am Montag mit seiner 70-jährigen Fähre von Kilcreggan nach Gourock. Kurz nachdem er mit seinen zwölf Passagieren zur fünfzehnminütigen Überfahrt aufgebrochen war, erreichte ihn ein Funkspruch eines US-Kriegsschiffs.

«Unidentifiziertes Schiff an Steuerbord, identifizieren sie sich. Wenn sie das nicht tun, werden wir das Feuer auf sie mit echter Munition eröffnen», hörte der Skipper zu seinem Entsetzen aus dem Lautsprecher der Funkanlage.

Der Kapitän funkte dem US-Kreuzer zurück: «Nicht schiessen! Ich bin doch nur eine winzige Fähre!», schreibt der schottische «Daily Record». Der Anblick eines Kriegsschiffs mit scharfer Munition in den Rohren, das mit Beschuss droht, sei ziemlich bedrohlich gewesen, hiess es.

Der Zwischenfall ereignete sich am Montag, dem ersten Tag eines grossen NATO-Manövers in schottischen Gewässern. Bei der «Operation Neptune Warrior» kämpften U-Boote und Kriegsschiffe gegen fiktive Terroristen, die mit kleinen Booten und Jetskis angriffen.

In einem schottischen Internet-Forum wurde die US-Navy für ihr rüdes Verhalten verurteilt. Üblicherweise würden Schiffe, die in die Nähe der Faslane Navy Base unterwegs seien, auf höflichere Weise ferngehalten.

Commander Don Chalmers, der das NATO-Manöver führt, entschuldigte sich beim Fährenkapitän. «Alle Teilnehmer der Operation wurden instruiert, in Zukunft korrekt zu reagieren, damit sowas nicht noch einmal passiert», hiess es weiter.

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