Tapering – US-Notenbank beschleunigt Zurückfahren von Anleihenkäufen
Aktualisiert

TaperingUS-Notenbank beschleunigt Zurückfahren von Anleihenkäufen

Die US-Notenbank hat angekündigt, dass sie 2022 den Leitzins erhöhen will. Für 2023 plant die Federal Reserve ein Zinsniveau von 1,6 Prozent.

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Die Federal Reserve in den USA belässt die Leitzinsen zwischen Null und 0,25 Prozent – aber nur vorerst. Im Foto siehst du Jerome Powell, Chair der US-Notenbank.

Die Federal Reserve in den USA belässt die Leitzinsen zwischen Null und 0,25 Prozent – aber nur vorerst. Im Foto siehst du Jerome Powell, Chair der US-Notenbank.

REUTERS
Nächstes Jahr will das Fed ihre Anleihenkäufe zurückfahren und die Zinsen anheben. Sie reagiert damit auf die hohe Inflation, die viele Dinge teurer macht – zum Beispiel das Tanken an der Tankstelle.

Nächstes Jahr will das Fed ihre Anleihenkäufe zurückfahren und die Zinsen anheben. Sie reagiert damit auf die hohe Inflation, die viele Dinge teurer macht – zum Beispiel das Tanken an der Tankstelle.

AFP
Auch Lebensmittel sind teurer geworden.

Auch Lebensmittel sind teurer geworden.

DPA/Fabian Sommer

Darum gehts

Die US-Notenbank wird angesichts der hohen Inflation das Zurückfahren ihrer Anleihenkäufe beschleunigen, wie sie am Mittwoch angekündigt hat. Man erwarte für das kommende Jahr bis zu drei Erhöhungen der Leitzinsen, teilte die Federal Reserve an einer Medienkonferenz mit.

Die Federal Reserve kündigte zudem an, ihre Anleihenkäufe zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie um 30 Milliarden US-Dollar pro Monat und damit doppelt so stark wie bislang zurückzufahren. Zunächst sollen die Leitzinsen aber zwischen null und 0,25 Prozent bleiben.

Entscheidung ist nicht bindend

In der vorigen Prognose vom September war die Fed noch von einem Niveau von 0,3 Prozent ausgegangen. Für 2023 wird nun ein Zinsniveau von 1,6 Prozent angepeilt. Das wären 0,6 Prozentpunkte mehr als noch bei der letzten Prognose.

Die Zinsprognosen der Fed repräsentieren die im Mittel von den Mitgliedern des Zentralbankrats erwarteten Zinsschritte. Sie sind für die Notenbanker nicht bindend. Sie können die Geldpolitik stets angesichts der Entwicklung von Konjunktur und Arbeitsmarkt anpassen.

Reaktion auf hohe Inflationsrate

Die US-Notenbank reagiert damit auf die hohe Inflation, die alltägliche Dinge wie Tanken, Heizen und Einkaufen stark verteuert. Die Teuerung steigt auch hierzulande, allerdings weniger stark als in den USA. Im November legten die Preise in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr nur moderat um 1,5 Prozent zu. Im Oktober waren es 1,2 Prozent. Was der weltweite Preisanstieg für die Schweiz bedeutet, kannst du hier lesen.

Im Euroraum verteuerten sich die Preise im November gegenüber dem Vorjahresmonat durchschnittlich um 4,9 Prozent. Das ist so viel wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997. In Deutschland stieg die Teuerung um 5,2 Prozent und knackte erstmals seit knapp 30 Jahren die Fünf-Prozent-Marke. In den USA zogen die Preise mit 6,2 Prozent noch deutlicher an.

Fed senkt Wachstumsprognose

Für 2022 rechnet die Fed neu mit einer Teuerungsrate für die Verbraucherinnen und Verbraucher von 5,3 Prozent. Im September war sie von 4,2 Prozent ausgegangen. 2022 soll die Inflation bei 2,6 Prozent liegen. Mittelfristig strebt die Zentralbank eine durchschnittliche Rate von zwei Prozent an.

Die Federal Reserve hat zudem ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gesenkt. Im September ging die Zentralbank von einem Plus von 5,9 Prozent aus, nun erwartet sie ein Wachstum von 5,5 Prozent. Im Juni hatte die Notenbank für die weltgrösste Volkswirtschaft noch mit einem Wachstum von sieben Prozent gerechnet. Für 2022 geht die Notenbank von einem Wachstum von vier Prozent aus.

Die Prognose für die Arbeitslosenquote zum Jahresende senkte die Fed ebenfalls, von zuletzt 4,8 Prozent auf nun 4,3 Prozent. Viele Firmen klagen bereits über einen Mangel an Arbeitskräften. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise hatte die Quote fast 15 Prozent erreicht. Vor der Pandemie lag sie mit 3,5 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.

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(DPA/AFP/mur)

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