Aktualisiert 11.11.2004 07:33

US-Notenbank erhöht Zinsen

Die US-Notenbank Fed hat ihre Zinsen wie erwartet zum vierten Mal in diesem Jahr angehoben. Der massgebliche Leitzins ist um einen viertel Prozentpunkt auf 2,0 Prozent erhöht worden.

Eine weitere Erhöhung bei der nächsten Zinssitzung am 14. Dezember wird in Expertenkreisen nicht ausgeschlossen. Das deutete die Notenbank in ihrer Erklärung am Mittwoch auch bereits an: Der Offenmarktausschuss halte weitere «massvolle» Schritte für möglich.

Optimismus

Damit lassen die Zentralbanker Optimismus über die Wirtschaftsentwicklung erkennen. Zwar drückt der hohe Ölpreis die Erwartungen, doch geschieht dies auf für europäische Verhältnisse hohem Niveau. Nach erster Schätzung wuchs die US-Wirtschaft im 3. Quartal mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,7 Prozent.

Weil das Handelsdefizit im September kleiner ausfiel als erwartet, dürfte diese Schätzung noch nach oben korrigiert werden - von der Annahme ausgehend, dass geringere Importe durch US- produzierte Waren ersetzt werden.

Auch die Arbeitsmarktzahlen lagen im Oktober mit 337 000 neuen Arbeitsplätzen bereits über den Erwartungen. Entscheidend für die nächste Zinssitzung dürfte aber der Arbeitsmarktreport für November sein, der Anfang Dezember veröffentlicht wird.

Die Notenbank hatte den graduellen Anstieg der Leitzinsen seit dem Frühjahr angekündigt. Als Zielgrösse gilt ein «neutrales» Niveau, dass Investitionsanreize bietet, ohne die Preise anzuheizen. Die Bandbreite liegt nach Expertenmeinung zwischen drei und fünf Prozent.

Ziel: Inflation im Zaun halten

Die Fed hat die Sätze in diesem Jahr nach einer historischen Tiefzinsphase vier Mal um jeweils einen Viertel Prozentpunkt angehoben. Die Fed will damit die Inflation in Zaum halten.

Im September lagen die Preise im Jahresvergleich 2,5 Prozent höher. Rechnet man den Anstieg der Verbraucherpreise von September auf das Jahr hoch, liegt die Rate gar bei 3,5 Prozent.

Vor ihrer vorsichtigen Kehrtwende hatte die Fed den Leitzins seit dem Jahr 2000 insgesamt 13 mal gesenkt, womit er auf den tiefsten Stand seit 1958 sank.

Mit dem Zinssenkungskurs hatte die US-Notenbank unter anderem auf die Rezession nach dem Ende des Internet-Booms und die Anschläge vom 11. September 2001, aber auch auf Unternehmensskandale sowie die Kriege in Afghanistan und im Irak reagiert.

(sda)

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