US-Wirtschaft: US-Notenbank tastet Leitzins nicht an

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US-WirtschaftUS-Notenbank tastet Leitzins nicht an

Die amerikanische Notenbank belässt wie erwartet den Leitzins zwischen 0 und 0,25 Prozent. Die lahmende Wirtschaft lässt keine Erhöhung zu.

Trotz des langsamen US- Wirtschaftswachstums nimmt die Notenbank Fed den Fuss vom Gas. Sie beschloss auf ihrer Zinssitzung am Mittwoch, ihr 600 Milliarden Dollar schweres Bond-Ankaufprogramm zur Stützung der Konjunktur wie geplant Ende des Monats auslaufen zu lassen.

Zugleich bleibt der Leitzins jedoch mit 0 bis 0,25 Prozent weiter niedrig. Daran wird sich auch für «geraume Zeit» nichts ändern, wie die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke den von den Schuldenkrisen in den USA und Europa in Atem gehaltenen Märkten signalisierten.

Die Fed erwartet allerdings, dass die schleppende Erholung «in den kommenden Quartalen» etwas mehr Fahrt aufnehmen wird. «Ich glaube, dass das Wachstum zum Jahresanfang 2012 anziehen wird, jedoch nicht so stark wie (bei der letzten Zinssitzung) im April angenommen», sagte Bernanke im Anschluss an den Zinsbeschluss vor der Presse in Washington.

«Der wirtschaftliche Gegenwind könnte stärker und hartnäckiger sein als ursprünglich erwartet.» Die Erholung verlaufe «frustrierend langsam».

Auch wenn mit dem Auslaufen des im November gestarteten Staatsanleihen-Ankaufprogramms der grosse Strom des billigen Geldes nun versiegt, so wagt die Fed doch keinen kalten Entzug für die an Krisenhilfen der Notenbank gewöhnte Finanzwirtschaft.

Die Fed hält nämlich ihre Bilanzsumme vorerst stabil: Das heisst, auslaufende Bonds werden durch den Ankauf neuer Papiere ersetzt. Damit dürften nach Ansicht von Experten immerhin noch zehn bis 20 Milliarden Dollar pro Monat in die Wirtschaft gepumpt werden. Zugleich hält sich die Notenbank die Option offen, bei Bedarf nachzusteuern sowie «Umfang und Zusammensetzung» des von ihr gehaltenen Wertpapier-Portfolios anzupassen.

Die längerfristigen Inflationserwartungen sieht die Notenbank weiterhin fest verankert, auch wenn sich die Lebenshaltungskosten zuletzt im Sog der gestiegenen Ölpreise erhöht haben. Dennoch will die Fed die Entwicklung weiter mit grosser Aufmerksamkeit beobachten.

Ausblick wohl pessimistischer

Die bislang enttäuschend ausgefallene Konjunkturerholung veranlasste die Fed dazu, ihren Konjunkturausblick nach unten zu korrigieren. Ende April hatte sie für 2011 noch ein Wachstum von 3,1 bis 3,3 Prozent veranschlagt. Jetzt rechnen die Experten der Notenbank nur noch mit einem Plus von 2,7 bis 2,9 Prozent - fast einen halben Prozentpunkt niedriger.

Hauptgrund dafür ist der schlechte Start in das laufende Jahr: Die US-Wirtschaft war im ersten Vierteljahr nämlich nur mit einem Tempo von 1,8 Prozent gewachsen. Auch im laufenden zweiten Quartal dürfte lediglich ein Wachstum von - aufs Jahr hochgerechnet - 2,5 Prozent herausspringen.

Dies ist zu wenig, um für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit zu sorgen. Dieser Weg werde ein «langsamer und schmerzhafter Prozess sein», prophezeite Bernanke. Zuletzt lag die US-Arbeitslosenquote bei ernüchternden 9,1 Prozent.

Auch wegen dieser trüben Aussichten am Arbeitsmarkt denkt die Fed vorerst nicht an eine Zinswende und stellt den Banken noch für geraume Zeit Geld praktisch zum Nulltarif bereit.

Sie soll gemäss ihrem Mandat für stabile Preise sorgen und zugleich die Vollbeschäftigung fördern. Bernanke setzt aber trotz der enttäuschenden Entwicklung am Jobmarkt darauf, dass sich die Lage schrittweise bessert. Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich zwar zuletzt etwas verbessert, «aber nicht so stark wie nötig», sagte er.

(sda)

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