US-Open Klassiker: US-Open im Bann der Tennis-Legenden

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US-Open KlassikerUS-Open im Bann der Tennis-Legenden

Bei den Halbfinal-Partien der Männer an den US Open stehen für einmal nicht nur die Spieler im Fokus. Hinter allen vier Halbfinal-Teilnehmern stehen Legenden des Tennissports.

von
mst

Die Halbfinal-Partien der US-Open zwischen Marin Cilic und Roger Federer, wie zwischen Novak Djokovic und Kei Nishikori, haben nicht nur auf dem Court einiges zu bieten. Ebenso interessant wie das Geschehen auf dem Platz ist der Blick in die Boxen der Spieler. Alle vier Athleten werden durch ehemalige Grand Slam-Gewinnner trainiert, die längst zu Legenden des Sports geworden sind.

Kei Nishikori schrieb mit seinem Einzug in den Halbfinal der US-Open Tennis-Geschichte: Noch nie zuvor erreichte ein Japaner die Runde der letzten Vier am Grand Slam von New York. Vor 25 Jahren war es seinem heutigen Trainer Michael Chang vorbehalten, Tennis-Geschichte zu schreiben. Mit 17 Jahren gewann der US-Amerikaner mit taiwanesischen Wurzeln als jüngster Spieler überhaupt einen Grand-Slam-Titel.

In Paris bezwang der von Krämpfen geplagte Chang im Achtelfinale Ivan Lendl und war danach an den French Open nicht mehr zu stoppen. Unvergessen blieben die vom Amerikaner gespielten Aufschläge von unten, mit denen er Lendl zu überraschen wusste. Nun soll Chang seinem Schützling Kei Nishikori im Halbfinal der US-Open helfen, Novak Djokovic zu übertölpeln, um weiter Geschichte zu schreiben.

Hinter jedem starken Mann steht ein starker Mann

Die Weltnummer eins hat sich vor knapp einem Jahr ebenfalls die Dienste eines ehemaligen Grand-Slam-Champions gesichert. Boris Becker unterstützt den langjährigen Djokovic-Trainer Marían Vajda bei der Arbeit. Mit Beckers Hilfe gelang es Djokovic dieses Jahr, Roger Federer im Final von Wimbledon zu schlagen und sich seinen siebten Grand-Slam-Titel zu sichern. Damit hat er die Marke seines Coaches übertroffen - Boris Becker wurde während seiner Karriere sechs Mal Grand-Slam-Champion. Für Djokovic soll nun der achte Titel folgen. Nach 2011 wäre es der zweite Vollerfolg in Flushing Meadows. Damals war der Serbe noch ohne Boris Becker unterwegs.

Bevor das Doppel Djokovic/Becker aber vom Titel träumen kann, gilt es im Halbfinal gegen Michael Changs Schützling Kei Nishikori ernst. Im Final wartet auf den Sieger des ersten Halbfinals dann ebenfalls ein illustres Duo. Der Kroate Marin Cilic will in die Fussstapfen seines Landsmannes und Trainers Goran Ivanisevic treten. Einen ersten grossen Schritt dazu hat er bereits gemacht.

Cilic will Premiere gegen Federer

Nach Ivanisevic 1996 ist Cilic der erste Kroate, der wieder die Halbfinals von New York erreicht. Cilic bezwang in seiner Viertelfinal-Partie den Tschechen Tomas Berdych überraschend deutlich 6:2, 6:4, 7:6. Nun will er mit der Hilfe seines Coaches weiter überraschen. Diesem gelang nämlich die ganz grosse Überraschung 2001, als er ungesetzt in Wimbledon sein einziges Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Ivanisevic erhielt vom Veranstalter eine Wildcard, da seine Ranglistenposition nicht für die Teilnahme am Turnier gereicht hätte. Der Rest ist Geschichte: Ivanisevic holte sich in einem Fünfsatz-Krimi gegen Patrick Rafter den Titel.

Ein Sieg gegen Roger Federer wäre für Cilic bereits eine ähnlich grosse Überraschung, wie der Triumph von Ivanisevic in Wimbledon. In bisher fünf Partien hiess der Sieger immer Roger Federer. Und auch der Schweizer kann in seinem Staff auf einen Coach setzen, der ganz genau weiss, wie man an Grand-Slam-Turnieren spielen muss. Stefan Edberg sammelte insgesamt sechs Titel an Grand Slams. Eines ist aber bereits jetzt schon klar. Hinter jedem der möglichen Titelgewinner steht ein starker Trainer mit Legendenstatus.

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