Halb verhungert in der Wüste: US-Polizei befreit elf verwahrloste Kinder
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Halb verhungert in der WüsteUS-Polizei befreit elf verwahrloste Kinder

Eigentlich wollten die Ermittler einen vermissten Bub (3) finden. Doch in New Mexico bot sich den Polizisten ein grauenhafter Anblick.

von
mlr
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In diesem Versteck in einer ländlichen Gegend des US-Bundesstaats New Mexico hat die Polizei elf Kinder und drei Frauen gefunden.

In diesem Versteck in einer ländlichen Gegend des US-Bundesstaats New Mexico hat die Polizei elf Kinder und drei Frauen gefunden.

Taos County Sheriff's Office
Den Beamten bot sich bei dem Zugriff ein Bild des Elends. «Das waren die traurigsten Lebensbedingungen und die schlimmste Armut, die ich je gesehen habe», sagte Sheriff Jerry Hogrefe am 5. August 2018.

Den Beamten bot sich bei dem Zugriff ein Bild des Elends. «Das waren die traurigsten Lebensbedingungen und die schlimmste Armut, die ich je gesehen habe», sagte Sheriff Jerry Hogrefe am 5. August 2018.

AP/Jesse Moya
«Sie hatten kein Essen und kein frisches Wasser, keine Schuhe, keine Hygiene und waren in Lumpen gekleidet», so der Sheriff weiter.

«Sie hatten kein Essen und kein frisches Wasser, keine Schuhe, keine Hygiene und waren in Lumpen gekleidet», so der Sheriff weiter.

epa/Taos County Sheriff's Office Handout

In den USA hat die Polizei elf völlig verwahrloste und abgemagerte Kinder im Alter zwischen einem und 15 Jahren aus der Hand bewaffneter «Extremisten» befreit. «Sie hatten kein Essen und kein frisches Wasser, keine Schuhe, konnten sich nicht waschen und waren in Lumpen gekleidet», sagte der Sheriff des Landkreises Taos in New Mexico, Jerry Hogrefe, am Sonntag. Zwei Männer seien festgenommen worden, die Kinder seien in die Obhut von Betreuern gegeben worden.

Den Beamten bot sich beim Zugriff in der abgelegenen Gemeinde Amalia in der Wüste ein Bild des Elends. «Das waren die traurigsten Lebensbedingungen und die schlimmste Armut, die ich je gesehen habe», sagte der Sheriff. «Sie sahen aus wie Flüchtlinge aus der Dritten Welt.»

Bei dem Versteck handelte es sich laut Polizei um einen «kleinen im Boden vergrabenen Wohnwagen, der mit Plastik bedeckt war». An Lebensmitteln fanden die Beamten lediglich «ein paar Kartoffeln und eine Kiste Reis».

Bub bleibt weiterhin verschwunden

Der Einsatz sei Teil einer monatelangen Suche nach einem entführten Dreijährigen aus dem Bundesstaat Georgia gewesen, teilte das Sheriff-Büro mit. Unter den beiden Festgenommenen war der Vater des Dreijährigen. Der gesuchte Junge war nicht unter den befreiten Kindern. Es gebe jedoch Grund zu der Annahme, dass der Bub sich auf dem Gelände aufgehalten habe, berichtet CNN.

Der Zugriff erfolgte demnach bereits am Freitag: Dutzende Beamte waren an dem Einsatz in New Mexico beteiligt. Vorausgegangen waren ein Durchsuchungsbefehl des örtlichen Sheriffs für das Versteck in der ländlichen Gemeinde Amalia, wo der Vater des Dreijährigen, Siraj Wahhaj, vermutet wurde, sowie ein Notruf, der offenbar aus dem Versteck kam.

Männer hatten Sturmgewehre

Bei den beiden Festgenommenen wurden demnach Sturmgewehre, Pistolen und Munition gefunden. Laut Polizei werden beide Männer als «Extremisten muslimischen Glaubens» eingestuft. Neben den elf verwahrlosten Kindern seien auch drei Frauen entdeckt worden, bei denen es sich wahrscheinlich um die Mütter handle. Sie wurden zunächst zur Befragung festgesetzt, später aber vorläufig wieder auf freien Fuss gesetzt.

Der weiterhin verschwundene Dreijährige war Ende des vergangenen Jahres von seiner Mutter in Georgia als vermisst gemeldet worden. Wahhaj habe seinen Sohn damals mit in den Park genommen und sei nie zurückgekommen. (mlr/afp)

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