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FestgenommenUS-Polizist unterstützte den IS

Erstmals ist in den USA ein Polizist wegen mutmasslicher Unterstützung des IS festgenommen worden. Nicholas Young fiel auf eine Falle herein.

von
gux
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Nicholas Young stand seit langem im Visier des FBI. Jetzt schnappte die Falle der Agenten zu: Gutscheinkarten für Mobiltelefone wurden dem 36-Jährigen zum Verhängnis.

Nicholas Young stand seit langem im Visier des FBI. Jetzt schnappte die Falle der Agenten zu: Gutscheinkarten für Mobiltelefone wurden dem 36-Jährigen zum Verhängnis.

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Dem Polizisten droht den Angaben zufolge eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

Dem Polizisten droht den Angaben zufolge eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

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Ermittler durchsuchten am 3. August 2016 das Haus von Nicholas Young in Fairfax, Virginia.

Ermittler durchsuchten am 3. August 2016 das Haus von Nicholas Young in Fairfax, Virginia.

epa/Jim Lo Scalzo

Der 36-jährige Nicholas Young arbeitete seit 2003 für die Verkehrspolizei in der Hauptstadt Washington und stand bereits seit sechs Jahren unter Beobachtung, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte.

Der Polizist soll unter anderem in Kontakt zu einem Mann gestanden sein, der später zugab, im Jahr 2012 einen Selbstmordanschlag auf den Sitz des US-Kongresses geplant zu haben.

Verdeckte Operation der Bundespolizei FBI

Young wurde den Angaben zufolge durch eine verdeckte Operation der Bundespolizei FBI in die Falle gelockt. Der 36-Jährige glaubte demnach, per E-Mail mit einem früheren US-Reservesoldaten zu kommunizieren, der sich im Ausland dem IS angeschlossen hatte. Stattdessen hatte er es mit FBI-Beamten zu tun. Diese brachten ihn dazu, Gutscheinkarten für Mobiltelefone zu kaufen, die vermeintlich von den sunnitischen Fanatikern vom sogenannten Islamischen Staat (IS) für die Rekrutierung genutzt werden sollten.

Den Undercoveragenten gegenüber gab er an, dass, sollte er jemals verraten werden, die «Lebensspanne dieser Person um einiges verkürzt» werden würde. Er würde den Kopf dieser Person in einem Gefäss in einem See versenken.

Bis zu 20 Jahre Haft

Dem Polizisten droht den Angaben zufolge eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Er hat auf eigenes Verlangen einen Pflichtverteidiger zur Seite gestellt bekommen.

Aus seiner Faszination für die Terrormiliz machte der Polizsit keinen Hehl: In der Anklageschrift heisst es gemäss US-Medien, dass Young sich 2014 als der britische IS-Kämpfer «Jihadi John» verkleidet habe. Er sei so an einem Halloween-Fest aufgetaucht – inklusive einer Puppe mit abgetrenntem Kopf.

Will gegen Gaddafi gekämpft haben

Auch soll Young Nazi-Memorabilia sammeln und einen Reichsadler auf seinen Hals tätowiert haben. Die Attentäter von Paris nannte er «Brüder», Muammar al-Gaddafi war sein Feind: Der Polizist behauptete gemäss US-Medien, gegen den libyschen Machthaber gekämpft zu haben.

Das FBI teilte mit, dass durch den Verkehrspolizisten zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden habe. Dennoch verlangen einige Politiker jetzt Antworten darauf, wie Young überhaupt im öffentlichen Dienst arbeiten konnte.

Young ist einer von über 100 Amerikanern, die wegen mutmasslicher Unterstützung des IS angeklagt sind, schreibt ABC News.

(gux/sda)

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