Für Verfolgungsjagden: US-Polizisten bekommen GPS-Munition

Aktualisiert

Für VerfolgungsjagdenUS-Polizisten bekommen GPS-Munition

Es hört sich an wie aus einem James-Bond-Film: In den USA werden Polizei-Autos mit GPS-Munition ausgestattet. Die Magnet-Patronen heften sich an Fluchtautos von Verbrechern.

von
rey

Verfolgungsjagden dürfen in Actionfilmen nicht fehlen. Im echten Leben würde sie die Polizei lieber vermeiden. Denn sie sind brandgefährlich: Das Risiko, dass es zu verheerenden Verkehrsunfällen und sogar zu Todesopfern kommt, ist gross.

Dank einer neuen Technologie sind Verfolgungsjagden nicht mehr nötig: Die Firma Starchase hat magnetische Patronen mit einem GPS-Sender entwickelt, die an ein flüchtiges Fahrzeug geschossen werden können. Sie geben den Aufenthaltsort von gesuchten Personen Preis, ohne dass man sie durch die ganze Stadt jagen muss und dabei das Leben Unschuldiger aufs Spiel setzt.

Verfolgungsjagd in Basel

Die Vorrichtung wird vorne am Polizeiauto installiert, die Patrone kann per Knopfdruck abgefeuert werden. Danach kann die Verfolgung abgebrochen werden, weil der Bildschirm dank des Senders in Echtzeit angezeigt, wo das gesuchte Fahrzeug ist. Eine Installation an einem Polizeiauto kostet umgerechnet rund 5000 Franken, jedes Projektil noch einmal 500.

Verfolgungsjagd endet freiwillig in Handschel
Verfolgungsjagd endet im Wohnzimmer

(Video: ABC News)

«Schon bald Routine»

Starchase ist in den US-Bundesstaaten Iowa, Florida, Arizona und Colorado bereits im Einsatz. Der Präsident der Entwickler-Firma sagt zu BBC: «Es ist eine wichtige Taktik für die Polizei. Dank Starchase konnten schon kleine Mädchen von Menschenhändlern befreit und betrunkene Fahrer gestoppt werden.»

Tim Sieleman, ein Polizist aus Iowa, ist begeistert: «Wenn Ihr mir vor 16 Jahren gesagt hättet, dass ich eine Kanone vorne an meinem Auto hätte, ich hätte euch ausgelacht», sagt er zu CBS.

Auch Dave Allen, Kriminologie-Experte an der Universität Leeds, ist von Starchase überzeugt: «Es gibt einen klaren Nutzen für die Technologie. Ich denke, die Kosten werden sinken und bald wird sie routinemässig eingesetzt werden.» Man müsse sie aber sinnvoll einsetzen, denn «das Aufzeichnen von Fahrzeug-Routen könnte eine Verletzung von Bürgerrechten darstellen.»

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